Rassismus-Vorwürfe
Verkäuferin zur Taschen-Affäre: «Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen»

Der Verkäuferin, die angeblich Oprah Winfrey die teure Kroko-Tasche nicht verkaufen wollte, geht es «furchtbar». Im Knatsch um die teure Tasche schaltet sich jetzt auch Tina Turner ein.

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Oprah Winfrey wollte im Geschäft Trois Pommes eine 35'000 Franken teure Tasche anschauen.

Oprah Winfrey wollte im Geschäft Trois Pommes eine 35'000 Franken teure Tasche anschauen.

Keystone

Die US-Milliardärin wollte in einer Luxusboutique von Trudie Götz eine Tasche für 35000 Franken anschauen. Dies sei ihr verwehrt worden, wetterte Winfrey diese Woche im US-Fernsehen - eine Aussage, die weltweit für Schlagzeilen sorgte und der Schweiz Rassismus-Vorwürfe eintrug (wir berichteten).

Zum ersten Mal äussert sich jetzt die Verkäuferin, die Winfrey vor drei Wochen in Zürich bedient hat. Es gehe ihr «furchtbar», sagt sie im «SonntagsBlick». «Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen. Ich fühle mich wie in der Mitte eines Wirbelsturms. Total machtlos, auch ausgeliefert.»

«Ich bin bloss eine Verkäuferin»

Dass sie Winfrey eine teure Tasche aus rasssistischen Gründen nicht ausgehändigt habe, sei «absolut nicht wahr». «Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle. Frau Winfrey hat sich nochmals im Geschäft umgeblickt, aber nichts mehr gesagt. Dann ging sie mit ihrem Begleiter in den unteren Stock. Mein Kollege hat ihnen noch die Tür aufgehalten. Sie waren nicht einmal fünf Minuten bei uns im Geschäft.»

Es sei «absurd», dass sie gesagt haben soll, Winfrey könne sich die Tasche nicht leisten. «So etwas würde ich nie zu einem Kunden sagen. Gute Manieren und Höflichkeit sind das A und O in diesem Geschäft.»

Warum Oprah Winfrey solche Anschuldigungen mache, wisse sie nicht. «Sie ist so mächtig, und ich bin bloss eine Verkäuferin. Ich habe niemandem etwas zuleide getan. Ich verstehe auch nicht, weshalb sie das so gross im TV ausschlachten muss. Hätte sich alles so zugetragen, wie sie behauptet: Warum hat sie sich dann nicht am nächsten Tag an der Hochzeit von Tina Turner bei Trudie Götz beschwert? Meine Chefin war ja dort ebenfalls zu Gast. Ich verstehe es nicht.»

Jetzt schaltet sich Tina Turner ein

Boutique-Besitzerin Trudi Götz holt nun Hilfe bei Oprah Winfreys Freundin Tina Turner: «Ich berate mich bereits mit Tina Turner darüber, wie ich am besten vorgehen soll», sagt Götz im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Sie wolle sich auf jeden Fall persönlich mit Winfrey aussprechen, brauche dafür aber die Hilfe von Turner - nur sie könne den direkten Kontakt herstellen. Die Sängerin ist sehr gut mit Götz und Winfrey befreundet, beide waren zu ihrer Hochzeit geladen. Götz: «Ich warte nun auf eine Antwort von Tina und hoffe, dass bald alle Missverständnisse gelöst sind.»

Trudi Götz will endlich wieder Ruhe: Seit Freitagmorgen klingelt das Telefon bei Götz' «Trois Pommes»-Hauptsitz in Zürich ununterbrochen und auch die Mailbox von ihrem Handy quillt über.

Obwohl sich die erfolgreiche Basler Unternehmerin längst in aller Öffentlichkeit für die angeblich schlechte Behandlung von Medienstar Oprah Winfrey in ihrem Tom-Ford-Geschäft, entschuldigt hatte und erklärte, der Vorfall sei ein grosses Missverständnis gewesen, kommt keine Ruhe in die Taschen-Affäre.

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