Strassenbau

Umfahrung Eglisau: Kanton setzt auf Brücken-Wettbewerb

Der Verkehr rollt durch Eglisau: Die Ortsdurchfahrt ist mit über 22.000 Fahrzeugen täglich belastet.

Der Verkehr rollt durch Eglisau: Die Ortsdurchfahrt ist mit über 22.000 Fahrzeugen täglich belastet.

Die bisherigen Pläne für eine Umfahrung Eglisaus scheiterten – der Kanton setzt nun auf eine Brückenlösung.

Mehr als 22 000 Fahrzeuge, darunter überdurchschnittlich viele Lastwagen, benutzen täglich die Ortsdurchfahrt von Eglisau und sorgen für entsprechende Staus. Die Bewohner seien damit seit Jahrzehnten übermässigen Belastungen ausgesetzt, hält die Volkswirtschaftsdirektion in einer Mitteilung von gestern fest. Dem Kanton sei es ein grosses Anliegen, «die Gemeinde in absehbarer Zeit mittels einer Umfahrung zu entlasten».

Die bisher ausgearbeiteten Varianten waren aber nicht bewilligungsfähig, wie die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission und die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege 2015 in einem gemeinsamen Gutachten festhielten. Die Projekte kamen mit verschiedenen bundesrechtlich geschützten Objekten in Konflikt – so etwa mit der Flusslandschaft des Rheins, aber auch mit dem kantonal geschützten Eisenbahnviadukt. Die Kommissionen schlossen aber nicht aus, dass es eine verträglichere Lösung gebe.

Entscheid noch in diesem Jahr

Der Regierungsrat hatte deshalb beschlossen, eine Umfahrung mit einer weiteren oberirdischen Rheinquerung weiterzuverfolgen. Die Volkswirtschaftsdirektion möchte die Lösungssuche nun mit einem Wettbewerbsverfahren beschleunigen. Wegweisend seien die positiven Erfahrungen in Grüningen, «wo mit einem Studienauftrag in einem ähnlich komplexen Umfeld ein vielversprechendes Umfahrungsprojekt gefunden werden konnte».

In den kommenden Monaten wird gemäss Mitteilung nun ein Brückenwettbewerb durchgeführt. Die Aufgabe, die gestellt wird, ist nicht einfach: Es soll ein Lösungsansatz gefunden werden, «der die Schwere der Eingriffe in Bezug auf die Schutzziele soweit wie möglich reduziert». Gleichzeitig sollen der verkehrliche Nutzen des Projektes möglichst hoch und die Kosten zumindest verhältnismässig sein.

In der Jury, welche die Projekte am Ende bewerten wird, sind alle relevanten kantonalen Fachstellen, externe Brückenbau-Experten sowie mit dem Gemeindepräsidenten Peter Bär die Standortgemeinde Eglisau vertreten. Im Herbst 2019 soll ein Variantenentscheid der Jury vorliegen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1