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Üetliberg-Turm hat wohl ausgeleuchtet – zum Schutz der Vögel und Insekten

Laut einem neuen Entscheid des Kantons ist die Turmbeleuchtung nicht rechtens. Die Uto-Kulm-Verantwortlichen nennen dies grotesk, seien aber an einer schnellen Lösung interessiert.

Alex Rudolf
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Der Turm ist wegen seiner 45 LED-Leuchten, die bis 22 Uhr den Nachthimmel erhellen, von weither sichtbar.

Der Turm ist wegen seiner 45 LED-Leuchten, die bis 22 Uhr den Nachthimmel erhellen, von weither sichtbar.

GAETAN BALLY

Die Beleuchtung auf dem Uto Kulm ist seit Jahren ein strittiges Thema. Nachdem der Kanton im vergangenen Januar den Gestaltungsplan festgesetzt hat und darin eine tierfreundlichere Beleuchtung vorschrieb, folgt die Baudirektion mit einem weiteren richtungsweisenden Entscheid: Eine nachträgliche Baubewilligung für die 45 am Turm befestigten LED-Leuchten, die Fassadenbeleuchtung der Gebäude und Teile der Terrassenbeleuchtung wird nicht erteilt. Nur die für die Sicherheit relevante Beleuchtung wie etwa Pollerleuchten bei der Zufahrt sind gestattet. So stellt sich der Kanton erneut auf die Seite des Vereins Pro Üetliberg, der mit anderen Organisationen Einsprachen gegen die Beleuchtung erhoben hatte.

Margrith Gysel, Präsidentin von Pro Üetliberg, ist erfreut, dass in ihrem Sinn entschieden wurde. Dies auch, weil nun noch klarer definiert sei, was in Sachen Licht auf dem Berg erlaubt ist und was nicht. «Für uns waren die im Gestaltungsplan festgelegten Richtlinien zu schwammig, in der Gesamtverfügung ist der Schutz der Vögel und Insekten nun besser gewährleistet.»

Rekursfrist bleibt abzuwarten

Das Ringen um die Uto-Kulm-Beleuchtung zieht sich seit Jahren hin. Bereits 2009 verweigerte der Kanton eine nachträgliche Baubewilligung, wogegen die Betreiber des Uto Kulms erfolgreich rekurrierten. In ihrem Gutachten kam die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission 2016 zum Schluss, dass von der Beleuchtung eine schwere Beeinträchtigung für die inventarisierte Landschaft ausgehe. Im vergangenen März nun entschied die Baudirektion, dass auf eine inszenierende Beleuchtung am Turm, Bäumen und Fassade zu verzichten sei. Zudem werde für den grössten Teil der bereits ausgeführten Bauvorhaben die Bewilligung verweigert. Erst Anfang Juli wurde dieser Entscheid den beteiligten Parteien mitgeteilt.

Dass die Beleuchtung vom Kanton als nicht rechtens erachtet wird, heisst jedoch nicht, dass sie sogleich wegkommt. Wie der Stalliker Gemeindeschreiber Roberto Brunelli auf Anfrage sagt, laufe derzeit die 30-tägige Rekursfrist. Danach entscheide die Stalliker Baukommission, wie weiter vorgegangen werde. Müssen die Beleuchtungselemente entfernt werden oder reicht es, wenn sie einfach ausgeschaltet bleiben? Damit werde man sich demnächst befassen. «Aber erst, wenn der baurechtliche Entscheid der Stalliker Baukommission und die Gesamtverfügung der kantonalen Baudirektion auch rechtskräftig sind.»

Es gehe nicht ums Verzögern

Es sieht jedoch danach aus, als ob Uto-Kulm-Betreiber Fry die Sache so schnell wie möglich ad acta legen möchte. Zwar sagt dessen Sprecher Benjamin Styger, dass man die Gesamtverfügung erst durch einen Anwalt prüfen und dann die weiteren Schritte eruieren werde. «Doch geht es uns nicht darum, zu verzögern. Auch wir sind an einer schnellen Erledigung dieses Rechtsstreits interessiert», so Styger. Von der Beurteilung der Sachlage sei man dennoch enttäuscht. «Es mutet grotesk an, dass ein Turm, den Herr Fry auf eigene Kosten auf seinem eigenen Grundstück erstellt hat, einerseits von Gesetzes wegen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss, andererseits aber nicht beleuchtet werden darf», so Styger.

Entscheidet sich Fry für einen Rekurs, bleibt der gegenwärtige Kompromiss vorerst bestehen. So muss die Turmbeleuchtung aktuell um 22 Uhr abgestellt werden. Die Fassade sowie die Zufahrt dürfen noch bis 00.15 Uhr beleuchtet bleiben.

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