Sechseläuten
Trommeln und Pfeifen in Zürich: Basel ist zu Gast am Sechseläuten

Basler Kunst am Zürcher Frühlingsfest: Eines der Highlights am diesjährigen Sechseläuten könnte die Fahrskulptur «Klamauk» des Basler Künstlers Jean Tinguely (1925 bis 1991) darstellen.

Thomas Marth
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Basel ist vertreten mit einer Tinguely-Maschine, einer der Höhpunkte des Umzugs.

Basel ist vertreten mit einer Tinguely-Maschine, einer der Höhpunkte des Umzugs.

Auch Basel hat Zünfte (30), auch Basel feiert eine Art Sechseläuten (Vogel Gryff) und Basel hat Humor. In den Schnitzelbänken etwa tritt er zutage. Ein beliebtes Sujet ergab sich aus dem letzten Basler Gastauftritt am Sechseläuten 1993. Damals war der Böögg samt dem oberen Teil der Beige umgekippt.

So etwas sei ja ganz praktisch, sagte am Donnerstag die Basel-Städtische Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) am traditionellen Medientermin vor dem Fest der Zürcher Zünfte. Es lenke ab von dem, was der Basler Regierung übers Jahr schiefgelaufen sei. Dennoch zeigte sie sich zufrieden, dass ein solches Malheur nun dank verbesserter Statik ja offenbar nicht mehr möglich sei.

Sie konnte im Zunfthaus zur Waag ein breit gefächertes Basler Programm präsentieren, das vom 13. bis 16. April auf dem Lindenhof präsentiert wird und auch am Kinderumzug vom Sonntag und am Hauptumzug am Montag seinen Ausdruck finden wird. Der Auftritt trägt den Titel «Basler Hochkultur & Alltagskunst.»

Eine Laterne live

Eines der Highlights könnte die Fahrskulptur «Klamauk» des Basler Künstlers Jean Tinguely (1925 bis 1991) darstellen. Sie soll sich in den Umzug vom Montag einreihen, wie Ackermann ausführte. Voraussetzung sei allerdings, dass es nicht regne. Das 2,5 Tonnen schwere Kunstwerk könnte sonst Schaden nehmen.

Aber auch die Basler Fasnacht wird präsent sein. Dies umso mehr, als sie seit letztem Jahr als immaterielles Unesco-Weltkulturerbe gilt, wie Ackermann nicht unerwähnt liess. Auf dem Lindenhof wird der Basler Künstler Christoph Knöll eine Fasnachtslaterne gestalten, mit Live-Übertragung ins Internet. Am Montag wird sie am Umzug mitgeführt. Sie bleibt als Gastgeschenk in Zürich.

Der Auftritt auf dem Lindhof umfasst neben einer Ausstellung zu den Standortqualitäten, auch Attraktionen zum Mitmachen. So steht eine nachgebaute Gutenberg-Druckpresse bereit und es gibt 3D-Brillen zum Eintauchen in die menschliche Anatomie. Kulinarisch wird ein breites Spektrum an Basler Spezialitäten geboten, angefangen beim Suure Mogge, über Läckerli bis zu lokalen Bieren. Auf der Bühne im Festzelt treten zahlreiche Formationen aus dem Gastkanton auf, am Freitag und Samstag vor allem solche vom Jazzcampus der Musik-Akademie Basel, am Sonntag unter anderem der multikulti Kinderchor Kolibri und am Montag das 1. Frauen-Jodel-Chörli Basel und der Seemannschor Störtebekers.

Verstetigung für die Frauen

Am Kinderumzug nehmen 160 Kinder aus dem Gastkanton teil, am Montagsumzug zum Böögg beteiligen sich rund 470 Baslerinnen und Basler, verteilt auf 18 Formationen, darunter ein Fasnachtszug, die Polizeimusik Basel sowie Sport- und Trachtenverbände.

Im Weiteren wurde gestern berichtet, dass die Integration der Gesellschaft zu Fraumünster — der «Frauenzunft» — eine Verstetigung erfährt. 2011 genossen die Frauen einmaliges Gastrecht im Umzug, dann wieder mussten sie eine Stunde vorher losmarschieren. Seit 2014 sind sie als Gäste der Gesellschaft zur Constaffel fester Bestandteil des Umzuges. So wurde es in einem Vertrag beziehungsweise einem Verkommnis mit Laufzeit bis 2022 geregelt. Nun wurde es bis ins Jahr 2030 verlängert. Danach läuft es automatisch weiter mit beiderseits einjähriger Kündigungsfrist.

Auch dieses Jahr haben die Zünfte prominente Gäste eingeladen, unter anderem die Bundesräte Ignazio Cassis (Zunft zur Schmiden) und Guy Parmelin (Weggen), die Korpskommandanten Daniel Baumgartner (Kämbel) und Aldo C. Schellenberg (Widder), den Basler Bischof Felix Gmür (Hottingen), Hoffmann-La-Roche-VR-Präsident Christoph Franz (Meisen), Sängerin Nubya (Höngg) und DJ Antoine (Witikon).

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