Winterthur

SVP kritisierte Stadtpräsidenten in offenem Brief – jetzt kontert die Stadt

Die SVP Stadt Winterthur hat einen offenen Brief an den Winterthurer Stadtpräsidenten Michael Künzle verfasst. (Archivbild)

Die SVP Stadt Winterthur hat einen offenen Brief an den Winterthurer Stadtpräsidenten Michael Künzle verfasst. (Archivbild)

Die SVP Winterthur hat einen offenen Brief an den Winterthurer Stadtpräsidenten verfasst: Darin prangert sie an, dass Mitarbeitende der Stadtverwaltung, die wegen Corona in Quarantäne müssen, dafür Überzeit oder Ferientage aufbringen müssten. Die Stadt reagiert mit «Befremden».

Die SVP schreibt in ihrem Brief, dass etwa bei Stadtpolizistinnen und Stadtpolizisten, die mit einer an Corona erkrankten Person Kontakt hatten, die Quarantänezeit von der Überzeit oder den Ferien abgezogen würde. Diese «fragwürdige Praxis» solle korrigiert werden.

Die Partei hätte von «mehreren Mitarbeitenden der Stadt» Kenntnis von diesem Vorgehen erhalten, heisst es auf Nachfrage bei der SVP Stadt Winterthur.

Bei der Stadtverwaltung habe der Brief allerdings «Befremden» ausgelöst, wie ein Mediensprecher im Namen des Stadtpräsidenten auf Nachfrage mitteilte. Einerseits sei es im Vorfeld zu keiner Kontaktaufnahme durch die Partei gekommen, bei der das Thema hätte geklärt werden können.

Andererseits seien die entsprechenden Regelungen bereits seit dem 1. April in Kraft. Diese würden gesamtstädtisch umgesetzt und hätten im Rahmen der parlamentarischen Aufarbeitung im Sommer «zu keinerlei Kritik» geführt. Zudem sei die Aussage, dass Ferien abgezogen würden «zumindest irreführend».

Ferienguthaben vom Vorjahr

Im Quarantänefall würden falls möglich Arbeiten im Home Office zugewiesen. Sei dies nicht oder in ungenügendem Umfang möglich, müssten die Mitarbeitenden zwar ihre Mehr- und Überzeitguthaben abbauen. Ausserdem können auch Ferienguthaben, die aus dem vorangegangenen ins laufende Jahr übertragen wurden, zur Kompensation aufgewendet werden.

Allerdings nur jener Teil der übertragenen Ferien, der die zulässige Grenze von zwischen 2,5 und 3 Wochen überschreite. Zu keinem Zeitpunkt seien Ferien des aktuellen Kalenderjahres abgezogen worden, teilte die Stadt mit.

Dazu würden den betroffenen Mitarbeitenden ihre Zeitguthaben zurückerstattet, falls die vom Bund eingeführte Corona-Erwerbsersatzentschädigung höher ausfalle als der von der Stadt finanzierte Anteil an der Quarantäne. Die Entschädigung durch den Bund decke jedoch nur einen kleinen Teil der Lohnkosten.

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