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Steffi Buchlis Verwandlung vom unsicheren Mäuschen zur modischen Diva

Als sie vor acht Jahren in der klassischen Männerdomäne der Sportberichterstattung auf dem Bildschirm auftauchte, ahnte noch keiner, dass die Moderatorin weitaus mehr kann, als «nur» Resultate zu verkünden.

«Meine Erntezeit ist jetzt gekommen», sagt Steffi Buchli drei Wochen nachdem sie als Aushängeschild für Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) die Olympischen Winterspiele in Sotschi den einheimischen Sportbegeisterten präsentiert hatte. «Lange Jahre musste ich mir das Vertrauen von meinen Vorgesetzten und den Protagonisten der Sportsendungen erarbeiten.»

Lampenfieber begleitete sie lange

Tatsächlich:Als die Zürcherin 2006 erstmals vor die Kamera des Sportstudios im Schweizer Fernsehen trat, wirkte sie gehemmt, zurückhaltend, alles andere als der kommende Star am TV-Himmel. «Natürlich war ich anfangs unsicherer. Livesendungen ohne Teleprompter sind schwierig, das Lampenfieber begleitet einen längere Zeit.» Auch nach unzähligen Trockenübungen: «Sobald das rote Licht an der Kamera aufflammt, kommt ein Adrenalin-Schub, den kann man nicht verhindern.» Mit ihrer blondierten Strubbelfrisur war Steffi Buchli von Anfang an ein Hingucker.

Doch damals konnte keiner ahnen, was noch alles kommen sollte. «Am Anfang schreit kein Hahn nach dir. Dann beginnt der Bekanntheitsgrad plötzlich zu steigen.» Buchli war mit einem Mal allgegenwärtig, an jeder Prominentenparty zeigte sie ihren, wie sie selber sagt, «verrückten Kleiderstil».

Mit der Zeit kam das Selbstvertrauen

Schlag auf Schlagging es aufwärts. Beim Elite-Model-Look-Wettbewerb 2011 überraschte sie mit einem Ganzrücken-Tattoo. «Ich habe das Tattoo schon sehr lange, aber vorher hätte das keinen interessiert.» Mit der öffentlichen Aufmerksamkeit kam das Selbstvertrauen. Buchli kam aus sich heraus, zeigte, wer sie wirklich ist: Eine Frau, die weiss, was sie will und ihren eigenen Weg erfolgreich geht – sogar in der klassischen Männerdomäne Sportberichterstattung.

«Anfangs gab es das schon, dass Leute gestaunt haben», erinnert sich die 35-Jährige. «Einmal sagte mir ein Zuschauer: ‹Sie machen das sehr gut, vor allem wenn man bedenkt, dass sie eine Frau sind›, das ist ein lustiges weil sehr ehrliches Kompliment.»

Interviews sind ihre Spezialität

Buchlis Spezialität und Lieblingsdisziplin sind Interviews mit Sportgrössen. «Hier ist es sehr wichtig, dass eine gewisse Lockerheit auch vor dem Bildschirm zu spüren ist. Viel hängt von meiner Persönlichkeit ab, auch, ob ich es schaffe, den Interviewpartner in ein interessantes Gespräch zu verwickeln und ihm oder ihr vielleicht sogar spannende Bekenntnisse zu entlocken.»

2012 erhielt Buchli zur Krönung ihrer bisherigen Karriere den Auftrag, neben Kollege Rainer Maria Salzgeber die Credit Suisse Sportsawards zu moderieren. Vorher war das der Job der SRF-Galawunderwaffe Sandra Studer. «Als ich das Angebot erhielt, musste ich zuerst einmal leer schlucken. Das ist eine wahnsinnig grosse Ehre», so Buchli. Und Gelegenheit für sie, ihrer Leidenschaft für Mode zu frönen. Jährlich gibt es in der «Schweizer Illustrierten» ein Fotoshooting von Salzgeber und Buchli im Sportsaward-Galalook.

Buchli und ihr «verrückter Kleiderstil»

Auch sonst zeigt sich Buchli gerne in den Medien mit ihren ständig wechselnden Looks. Als sie ihren inzwischen roten Schopf für die Sportsawards 2013 auftoupierte und an der einen Seite abrasierte, war der neue Look am nächsten Tag das Topthema in «20 Minuten», «Glanz und Gloria», dem «Blick» und überall, wo man sich für Prominente interessiert.

«20 Minuten» veröffentlichte sogar Fotos von Buchlis Sportsawards-Frisur mit ausgeschnittenem Gesicht, so dass jede und jeder sein eigenes Foto darunter legen und schauen konnte, ob der Look der Stilikone einem selber passen würde.

Genau so gerne inszeniert sich Buchli selbst, auf ihrer Homepage oder Facebook. Das kann eine witzige Einlage sein, in der sie sich als Alain Sutter maskiert. Sie hat das Spiel der Medien begriffen – gib ihnen was, um über dich zu reden und sie werden es tun. Die Sutter-Parodie sorgte natürlich ebenfalls für Rauschen im Blätterwald.

Auf ihrer Homepage ist Buchli in gefühlten 50 Fotoshootings für die «Schweizer Illustrierte» zu sehen. Aber auch im Gespräch oder Arm in Arm mit all ihren berühmten Gesprächspartnern. Buchli beim Grimassen- und Faxenmachen, beim Kochen in ihrem Heim, dabei natürlich immer perfekt gestylt. Als Stilikone muss sie schliesslich einem Ruf gerecht werden.

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