Coronavirus
Spitäler brauchen nach eigener Aussage 258 Millionen Franken – Kantonsrat gibt ihnen nur 135

Die Zürcher Spitäler werden für ihre Ausfälle und Mehrkosten wegen der Corona-Pandemie entschädigt. Der Kantonsrat hat ein Hilfspaket in der Höhe von 305 Millionen Franken genehmigt, 135 davon gehen an die Spitäler. Denen ist das aber zu wenig.

Drucken
Teilen
Das Coronavirus reisst den Spitälern ein Loch in die Kasse. Der Kantonsrat hat nun ein Hilfspaket im Umfang von 305 Millionen Franken genehmigt. (Symbolbild)

Das Coronavirus reisst den Spitälern ein Loch in die Kasse. Der Kantonsrat hat nun ein Hilfspaket im Umfang von 305 Millionen Franken genehmigt. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Mit diesem Hilfspaket erhalten die Spitäler 135 Millionen Franken, die sie nicht zurückzahlen müssen. Davon sind 110 Millionen bereits im Budget der Gesundheitsdirektion eingestellt. Die restlichen 25 Millionen genehmigte der Kantonsrat am Montag als Nachtragskredit.

Teil des Hilfspakets sind auch Darlehen im Umfang von 170 Millionen Franken, welche die Spitäler dem Kanton zurückzahlen müssen.

GLP und FDP wollten mehr Geld

GLP und FDP wollten das ganze Hilfspaket an die Regierung zurückschicken. Sie forderten kurz zusammengefasst mehr Geld. Es sei noch unklar, wie gross das Finanzloch dereinst werde, die Pandemie sei schliesslich noch nicht vorbei. Verlässlichere Zahlen würden erst im Frühling 2021 vorliegen. Es sei deshalb sinnvoller, das Hilfspaket erst später zu beschliessen.

Die Ratsmehrheit wollte den Spitälern aber jetzt schon unter die Arme greifen und wies den Rückweisungsantrag mit 109 zu 58 Stimmen bei 3 Enthaltungen ab.

Spitäler «im Regen stehen gelassen»

Neben FDP und GLP ist auch der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) mit dem Geldsegen nicht glücklich. Das sei wirklich zu wenig. So würden die Spitäler auf einem Finanzloch von 258 Millionen Franken sitzengelassen. Stellvertretender Geschäftsführer des VZK ist Roland Alder, der für die GLP im Kantonsrat sitzt, jener Partei, die mit einer Rückweisung mehr Geld gefordert hatte.

Wie die Spitäler, die jedes Jahr ein knappes Resultat ausweisen würden, Darlehen von 170 Millionen Franken zurückzahlen sollten, stehe in den Sternen. Die Spitäler hätten ihre Verpflichtungen und den von Bund und Kanton erteilten Auftrag vollumfänglich erfüllt und würden nun im Regen stehen gelassen, so der VZK.

Den grössten Einfluss auf das Loch in den Spital-Kassen hat die Absage von nicht dringenden Operationen und Behandlungen. Ausserdem entstehen durch die Corona-Pandemie Mehrkosten, etwa wegen der Isolierstationen und wegen der Anschaffung von Schutzmaterial.