Zürich
Sechs Kantonsräte reichen Motion ein: Flachdächer sollen Giebeldächern gleichgestellt werden

Eine breit abgestützte Gruppe von Kantonsräten fordert, dass Solaranlagen auf Flachdächern einfacher bewilligt werden können.

Patrick Gut
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Wenn Hausbesitzer auf ihren in Wohn-, Industrie- oder Gewerbezonen zu findenden Giebeldach-Häusern eine Solaranlage auf dem Dach einrichten wollen, müssen sie kein kompliziertes Verfahren durchmachen. Eigentümer von Flachdachhäusern haben nicht dasselbe Privileg. (Synonym)

Wenn Hausbesitzer auf ihren in Wohn-, Industrie- oder Gewerbezonen zu findenden Giebeldach-Häusern eine Solaranlage auf dem Dach einrichten wollen, müssen sie kein kompliziertes Verfahren durchmachen. Eigentümer von Flachdachhäusern haben nicht dasselbe Privileg. (Synonym)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Wer in einer Wohn-, Industrie- oder Gewerbezone ein Haus mit Giebeldach besitzt und eine Solaranlage auf dem Dach montieren will, muss in vielen Fällen kein aufwendiges Baubewilligungsverfahren durchlaufen. Es gilt das einfachere Meldeverfahren. So hat der Kanton den Bau von Solaranlagen vor ein paar Jahren erleichtert.

Doch was für Gebäude mit Giebeldächern ausreicht, genügt nicht unbedingt für Flachdachhäuser – ausser in Industrie- und Gewerbezonen. Befindet sich das Flachdachgebäude jedoch in einer Wohnzone, ist ein Baubewilligungsverfahren nötig. Giebel- und Flachdachhäuser sollen künftig nicht mehr unterschiedlich behandelt werden, wenn es um die Bewilligung von Solaranlagen geht. Eine Gruppe von sechs Kantonsrätinnen und Kantonsräten aus FDP, SVP, GLP, Grüne, CVP und EVP hat eine Motion eingereicht, welche die ungleiche Handhabung beseitigen will.

Verdichten fördert Flachdachbauten

«Der Staat muss doch ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Solaranlagen gebaut werden», sagt Martin Huber (FDP, Neftenbach), der Erstunterzeichner der Motion. Auf Flachdächern müsse für einen optimalen Wirkungsgrad ein Ständer für die Solarpanels gebaut werden. Es brauche eine Regelung, wie hoch diese Ständer maximal sein dürften, damit eine Solaranlage im Meldeverfahren bewilligt werden könne.

In Zeiten des verdichteten Bauens werden laut Huber vermehrt Flachdachbauten realisiert. «Ich kenne viele Leute, die grundsätzlich an einer Solaranlage interessiert wären, aber das teure und aufwendige Baubewilligungsverfahren scheuen und es dann bleiben lassen.» Was für die Solaranlagen auf dem Flachdach richtig wäre, liesse sich auch gleich für An- lagen an der Fassade anwen-den. «Diese sind in unserer Mo- tion allerdings vergessen gegangen», sagt Huber.

So oder so ist ein Bewilligungsverfahren vorgeschrieben, wenn es sich um eine frei stehende Solaranlage handelt oder das Gebäude unter überkommunalem Schutz steht. Auch in Kern-, Erholungs- und Freihaltezonen braucht es immer ein Baubewilligungsverfahren.

Wesentliche Unterschiede vom Melde- zum Baubewilligungsverfahren sind, dass kein Baugesuch publiziert und die Anlage nicht ausgesteckt werden muss. Entsprechend gibt es keinen Baurechtsentscheid, den die Nachbarn verlangen könnten, und keine Möglichkeit zum Baurekurs.