Gleich zwei Schweizer sind im diesjährigen Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt mit dabei und werden an diesem Sonntag an der Oscar-Verleihung in Los Angeles im Dolby Theater sitzen und bangen.

Die Hoffnungsträger sind Simon Otto aus Gommiswald (SG), Chef-Animator der Dreamworks-Produktion «Drachenzähmen leicht gemacht 2», und Talkhon Hamzavi, Regisseurin des Kurzfilms «Parvaneh». 

Der Kurzfilm «Parvaneh» ist für den Oscar in der Kategorie «Live Action Short Films» nominiert. Erstaunlich: Es handelt sich dabei eigentlich um einen Studentenfilm. 2012 war der Film die Diplomarbeit der beiden Aargauer Filmemacher Talkhon Hamzavi und Stefan Eichenberger an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK).

Die Aargauerin Talkhon Hamzavi ist mit ihrem Kurzfilm für den Oscar nominiert. Wie fühlt sie sich, so kurz vor der Verleihung?

Die Aargauerin Talkhon Hamzavi ist mit ihrem Kurzfilm für den Oscar nominiert. Wie fühlt sie sich, so kurz vor der Verleihung?

Der Kurzfilm erzählt die Geschichte einer Migrantin aus Afghanistan. Sie lebt in einem Durchgangszentrum in den Schweizer Bergen. Um Ihrem kranken Vater Geld zu schicken, geht sie nach Zürich. Dort trifft Parvaneh auf ein Punkmädchen, mit dem sie sich anfreundet. 
Der Trailer zum Kurzfilm Parvaneh

Der Trailer zum Kurzfilm Parvaneh

Würde einer der beiden Schweizer den Filmpreis einheimsen, wäre dies nicht das erste Mal, dass das goldene Männchen in Schweizer Hände fällt. H.R. Giger erschuf als Szenen- und Kostümbildner das heute weltbekannte Alien  aus dem gleichnamigen Film und bekam dafür 1980 einen Oscar in der Kategorie «Beste visuelle Effekte». 

Der erste Schweizer

1991 wurde dem Filmregisseur und Drehbuchautor Xavier Koller als erstem Schweizer die begehrte Trophäe in der Kategorie «Bester Fremdsprachiger Film» verliehen. Er gewann den Filmpreis für sein Flüchtlingsdrama «Reise der Hoffnung». 

Der Film geht zurück auf eine wahre bewegende Geschichte, welche sich im Oktober 1988 abspielte. Eine kurdische Familie aus der Türkei versucht in die Schweiz zu flüchten. Im Schneesturm am Splügenpass stirbt der siebenjährige Bub der Familie in den Armen seines Vater an Erschöpfung. Der Vater wird verhaftet und später gemeinsam mit seiner Frau wieder in die Türkei ausgewiesen.

Dies war das letzte Mal, dass ein Schweizer der Oscar abräumen konnte. Vielleicht klappt es ja aber diesen Sonntag nach 24 Jahren wieder, wenn es heisst: «And the Oscar goes to ...» (szu)