Abstimmung am 27. September

Plötzlich alles anders: Die SP empfiehlt das Zürcher Stadionprojekt zur Ablehnung

So soll das neue Stadion auf dem Hardturmareal aussehen. Visualisierung zvg

So soll das neue Stadion auf dem Hardturmareal aussehen. Visualisierung zvg

Die grösste Partei der Stadt Zürich wollte sich in Sachen Stadion eigentlich neutral verhalten. Doch die Parteileitung hat anders entschieden. Und will jetzt das neue Stadion bodigen. Über dieses wird nochmals abgestimmt am 27. September.

Lange hatte die SP Zürich das aktuelle Stadionprojekt heftig bekämpft. Bereits bei der ersten Abstimmung 2018 sagte sie klar Nein. Nachdem das Volk jedoch mehrheitlich für das Stadion stimmte, wollte die Stadtzürcher SP-Führung dem Stadionprojekt keine Steine mehr in den Weg legen.

Die jetzige Nein-Parole ist nun eine Abkehr von dieser Devise und gerade deshalb brisant. Auf der Internetseite der SP Zürich heisst es dazu: "Dass auf dem Hardturm-Areal teure Luxus-Wohnungen gebaut werden, die Stadt Profite der CS-Anlagefonds subventioniert und in Zeiten der Klimaerwärmung ein Areal von 55’000 Quadratmetern komplett versiegelt werden soll, ist und bleibt nicht nachvollziehbar." Das ist nicht neutral und stärkt das Lager der Stadion-Gegner. AL und Grüne hatten ihr Nein bereits bekundet.

Weil die SP Zürich sich ihrer plötzlichen Sinneswandlung natürlich bewusst ist, verzichtet sie bei dieser Abstimmung allerdings auf eine aktive Abstimmungskampagne. Die SP ist also gegen das Stadion, will aber nicht dagegen mobil machen. Ob sich die Wähler dadurch weniger betrogen fühlen, wird sich zeigen. 

Der Volksentscheid über das Fussballstadion für 18'000 Zuschauer sowie eine Genossenschaftssiedlung und zwei Hochhäuser auf dem Hardturmareal wird am 27. September an der Urne gefällt. (has)

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