Zürich
Obergericht rollt «Raubmord» Prozess neu auf – und verschärft die Strafen

Drei Täter, welche einen ahnungslosen und völlig wehrlosen Rentner gewaltsam angriffen, müssen sich heute vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Die Tat vom 5. Juli 2012 forderte zehn Tage nach dem Überfall den Tod des 85-jährigen Rentners.

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Das Zürcher Obergericht wird die Strafe an den Raubmördern eventuell verschärfen.

Das Zürcher Obergericht wird die Strafe an den Raubmördern eventuell verschärfen.

KEYSTONE/WALTER BIERI

Das Bezirksgericht Affoltern verurteilte die zwei Haupttäter im Jahr 2014 zu 13 Jahren Haft, ein weiterer Mitttäter erhielt 39 Monate. Die Plädoyers der Staatsanwältin und des Verteidigers unterschieden sich dabei aber gewaltig.

Die Staatsanwaltschaft zog den Fall weiter vors Obergericht. Gestern beteuerten die Täter während der Gerichtsverhandlung, sie hätten eigentlich keine Gewalt ausüben wollen, wie der Tagesanzeiger berichtet. Auf die Frage des Richters, warum sie es trotzdem taten, gestand ein Täter: «Ich war wütend auf mich und auf das Opfer, weil wir kein Geld fanden.»

Das Zürcher Obergericht beurteilt die Ausgangslage nun härter und verschärft die Strafen. Die beiden Haupttäter müssen nun für 14 und 15 Jahre hinter Gitter. Der dritte Täter erhielt eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahre.

Zwei junge Schweizer tamilischer Herkunft hatten im Juli 2012 mit zwei Mittätern einen Raubüberfall auf einen Rentner in Aeugst am Albis verübt. Die Männer hatten im Vorfeld Kontakt zum Opfer, er hatte ihnen schon kleine Beiträge für anfällige Arbeiten wie Rasenmähen und Holzhacken ausgezahlt.

Laut Tagesanzeiger wussten die Männer, dass der 85-Jährige seine AHV-Rente bar bei sich zu Hause aufbewahrte und rechneten sich dadurch eine Beute von mehreren Tausend Franken aus. Die Tat spielte sich folgendermassen ab: Sie klingelten an der Tür und stülpten dem Opfer einen Sack über den Kopf. Während zwei der Männer das Haus durchsuchten, blieben die anderen beim Rentner. Dabei stiessen sie auf harte Gegenwehr seitens des älteren Mannes, worauf sie stark auf ihn einschlugen. Das Opfer starb zehn Tage nach dem Unfall an den Folgen dieser Verletzungen.

Im Haus fanden die Täter lediglich 110 Franken vor, von denen sie noch 90 Franken auf der Flucht verloren, wie der Tagesanzeiger schreibt. Die Beute belief sich also lediglich auf 20 Franken.

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