Kloten
Neue Zukunftsstrategie: Skyguide will sich mit Drohnen aufrüsten

Das Flugsicherungsunternehmen Skyguide hat im vergangenen Jahr Ertrag und Gewinn steigern können und sieht sich damit für anstehende Investitionen gerüstet. Unter anderem Drohnen und politische Fragen werden das Unternehmen in Zukunft beschäftigen.

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Bei Skyguide im Tower des Flughafen Zuerich Kloten am 10. April 2014.

Bei Skyguide im Tower des Flughafen Zuerich Kloten am 10. April 2014.

Keystone

Der Ertrag von Skyguide hat sich im vergangenen Jahr auf 455 Millionen Franken erhöht (+ 1 Prozent). Da der Aufwand praktisch unverändert bei 422,4 Millionen blieb, verbesserte sich das Betriebsergebnis (EBIT) um 15,7 Prozent auf 32,6 Millionen Franken.

Dass diese Verbesserung zustande kam, obwohl die Abschreibungskosten erhöht wurden, führte Finanzchef Marc Bohren am Dienstag in Kloten vor den Medien unter anderem auf die anhaltende und strikte Kostenkontrolle im Unternehmen zurück.

Zudem verwies er auf die "positive Verkehrsentwicklung". 2016 verzeichnete Skyguide eine erneute Verkehrszunahme um 1,8 Prozent auf insgesamt 1,2 Millionen kontrollierte Flüge. Wobei erneut der Trend bei den reinen Überflügen (+1,9 Prozent) stärker war als bei den Schweizer An- und Abflügen (+0,9 Prozent).

Pünktlicher geht nicht mehr

Mit 97,2 verzögerungsfreien Flügen ist die Pünktlichkeit von Skyguide sehr hoch - der Wert liegt 0,3 Prozentpunkte über dem Spitzenwert von 2011. Bei den Überflügen betrug die durchschnittliche Verspätung pro Flug 4,2 Sekunden. Bei den Flughäfen lag die flugsicherungsbedingte Verspätung bei durchschnittlich 21,6 Sekunden.

Spielraum für Verbesserungen bestehen derzeit kaum: Auf dem Flughafen Zürich liessen sich von Seiten Skyguide keine Verbesserungen mehr erzielen, sagte Skyguide-Chef Daniel Weder, der nach zehn Jahren von seinem Posten zurücktritt.

Weder bekräftigte vor den Medien erneut die Position der Flugsicherung, wonach es zum Verspätungsabbau neu über Mittag einen Südstart geradeaus benötige. Andernfalls wäre ein "nachfragegerechtes langfristiges Wachstum des Flughafens Zürich in Frage gestellt".

Der Südstart geradeaus ist im bundesrätlichen Entwurf des sogenannten Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL) derzeit nur noch bei Nebel und Bise vorgesehen. Die Zürcher Regierung verlangt eine Beschränkung auf reine Bisenlagen. Mit Südstarts geradeaus entfielen mögliche Kreuzungskonflikte mit durchstartenden Maschinen; die Kapazität wäre damit etwas höher.

Tiefer Luftraum, Drohnen und Finanzen

Um auch in Zukunft gerüstet zu sein, müsse Skyguide innovativ bleiben, sagte Alex Bristol, Geschäftsleitungsmitglied und designierter CEO. Er verwies unter anderem auf das im vergangenen Dezember offiziell gestartete "Low Flight Network".

Dieses fixe Streckennetz im unteren Luftraum, an das Landeplätze von Spitälern angeschlossen sind, ermöglicht es unter anderem der Rettungsflugwacht bei schlechtem Wetter Helikopterflüge durchzuführen.

Im Weiteren erarbeitet Skyguide eine "Drohnen-Strategie". In diesem Jahr erprobt das Unternehmen mit der Genfer Polizei, wie sich Drohnen verfolgen lassen. In Zukunft denkt Skyguide an sogennanntes "geofencing": Gewisse Korridore, etwa rund um Flughäfen oder in Anflugschneisen, könnten technisch für Drohnen gesperrt werden, so dass sie gar nicht erst eindringen könnten, erklärte der stellvertretende CEO Francis Schubert.

Auf Kurs sieht sich Skyguide auch bei den Regionalflughäfen: Im vergangenen Dezember konnte das Unternehmen mit allen Betreibern - mit Ausnahme von Sion, wo der Rückzug des Militärs noch Fragen offen lässt - Einzelverträge über die Flugsicherungsdienstleistungen abschliessen.

Dies ist eine Folge des gesetzlich vorgeschriebenen Wegfalls der Quersubventionen, welche Skyguide bislang zugunsten der Regionalflugplätze vornahm.

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