Wildnispark Zürich
Nach Umsiedlung in den Sihlwald: seltene Schliessmundschnecke immer noch da

Ein Jahr nach der Umsiedlung der Zahnlosen Schliessmundschnecken in den Sihlwald sind wieder einzelne Tiere gefunden worden. Der Wildnispark Zürich wertet dies als ersten Erfolg. Ob sich eine Population halten kann, könne aber erst in einigen Jahren definitiv gesagt werden.

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Ablese der Schliessmundschnecke.

Ablese der Schliessmundschnecke.

Chris Iseli

Im Sommer 2016 waren ein paar Hundert der vom Aussterben bedrohten Kleinschnecken in den Sihlwald zwischen Hochwacht und Schnabelburg gezügelt worden. Die nur wenige Millimeter grossen Schnecken lebten vorher im Langenberg auf Kastanienbäumen, die gefällt werden mussten.

Nach gut einem Jahr sind nun auf rund einem Viertel der Bäume, auf denen die Schnecken ausgesetzt wurden, wieder Tiere gefunden worden, wie der Wildnispark Zürich am Donnerstag mitteilte. Zwar waren es nur einzelne Schnecken - dies wird trotzdem als "eindeutig positiv" bewertet.

Einerseits gebe es Schnecken-Umsiedlungen, bei denen ein Jahr später keine Tier mehr gefunden werde. Andererseits ist es gemäss Mitteilung gut möglich, dass noch weitere Tiere am neuen Standort im Sihlwald hausen.

Wegen des heissen Sommers haben sich die Schnecken weit in die raue Rinde zurückgezogen. So seien insbesondere die kleinen Jungtiere dadurch kaum sichtbar. Ob die Umsiedlung erfolgreich war, kann aber erst in ein paar Jahren gesagt werden.

Das Gebiet rund um die Schnabelburg auf der Albiskette ist ein bekannter Standort für die Zahnlose Schliessmundschnecke: Durch die Renovation der einsturzgefährdeten Burgruine im Sommer 2011 wurde der Bestand aber stark dezimiert.

Die Zahnlose Schliessmundschnecke befindet sich auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Eine ausgewachsene Schnecke ist nur etwa zehn Millimeter lang und einen Millimeter breit. Sie hat als einzige der Schliessmundschnecken keine "Zähne" oder "Lamellen". Sie fühlt sich auf allen Bäumen mit rauer, aufgerissener Rinde wohl.

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