Glattalbahn
Mit dem Cobra-Tram durch Glattal-City

Der Bau der Glattalbahn befindet sich in der Endphase. Gestern führten die Verantwortlichen die erste Befahrung durch.

Yves Ballinari
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Mit dem Cobra-Tram durch Glattal-City

Mit dem Cobra-Tram durch Glattal-City

Limmattaler Zeitung

Kaum eine Minute dauert die Fahrt mit der Linie 12, schon raubt die Leitstelle der Verkehrsbetriebe dem Mann mit dem Mikrofon die Stimme: «Wir haben Meldung über einen Lastwagen auf der Tramstrecke», schallt es durch die Lautsprecher im Tram. Es dauert einen Moment, bis Rainer Klostermann lächelt. Ein Lastwagen, der die Neubaustrecke lahmlegt, das hätte dem Stabsleiter Gestaltung Glattalbahn noch gefehlt. Der Lastwagen aber steht in der Zürcher Innenstadt und stört die Glattalbahn nicht. «Wir gehören jetzt eben dazu», findet Klostermann.

«Die Wendeschleife Auzelg, die wir eben passiert haben, markiert den Beginn der dritten Etappe der Glattalbahn», erklärt Klostermann. «Wir sind hier auf Stadtzürcher Gebiet», fügt er hinzu. Die Schrebergärten links und rechts der Haltestelle Herti passen nicht so Recht zum Wort Stadt. Als wir sie verlassen, wird es dunkel. «Dieser Tunnel und was dahinter liegt, gehört zu Wallisellen. Gemeindegrenzen kümmern die Glattalbahn nicht.» Wieder im Hellen, die Cobra schmiegt sich vorbei an der Station Belair, fährt neben den S-Bahngleisen in Richtung Wallisellen.

Wallisellen nicht mehr wiederzuerkennen

Klostermann muss schneller in Fahrt sein als das Fahrzeug, um alles zu erklären, was draussen in den letzten zwei Jahren Bauzeit aus dem Boden geschossen ist. Wallisellen hat sich in den letzten Jahren völlig verändert. Der Bahnhof ist komplett neu und mit seinen Wohn-, Laden- und Gewerbeflächen ein würdiges Zentrum für eine aufstrebende Gemeinde.

Auf der riesigen Brache rechts zwischen den Gleisen und dem Einkaufszentrum Glatt schlug früher der Zirkus die Zelte auf. Nun klaffen Baugruben in Fussballfeld-Grösse darin. «Hier entsteht das Gegenstück zum Glattzentrum-Tower», sagt Klostermann. «Der Bau wird kleiner, denn der Tower ist das Wahrzeichen des Glattals.» Die Cobra schlängelt sich auf das Viadukt.

Die Cobra hält wieder. Wenn die Linie 12 ab dem 12. Dezember auch für die Öffentlichkeit verkehrt, gelangen die Passagiere von der Station Glatt direkt über die Parketage 2 in das Einkaufszentrum. Durch die Brüstung aus Glas sehen wir unter uns ein Geflecht aus Strassen, Fuss- und Radwegen. «Diese Stelle nennen wir Spaghettisalat», so Klostermann.

Nachdem wir die Autobahn und damit die Grenze zwischen Wallisellen und Dübendorf überquert haben, erreichen wir festen Boden. Noch mehr Spaghettisalat. Die Haltestellen Neugut und Giessen waren Niemandsland zwischen Gleisen, Wald, Strassen und der Glatt. Jetzt baut die Amag ein Firmengebäude, auf dem Zwicky-Areal ist Wohnraum in Bau und das «Giessen-Dreieck» soll Fundament für ein Hochhaus werden.

Durch die Gewerbe- und Industriezone geht es Richtung Bahnhof Stettbach. Noch bewirtschaften hier Bauern einzelne Felder. In wenigen Jahren wird sich Glattal-City auch diese Lücke holen.

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