Zürich
Martin Abele zum neuen höchsten Stadtzürcher gewählt

Martin Abele ist am Mittwoch zum neuen Präsidenten des Zürcher Stadtparlaments gewählt worden. Der grüne Gemeinderat erhielt 87 Stimmen der 116 anwesenden Parlamentarier.

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Zürichs neuer Ratspräsident: Martin Abele

Zürichs neuer Ratspräsident: Martin Abele

gfs-zh.ch

Während des letzten Jahres der laufenden Legislatur leitet er nun die Sitzungen des Gemeinderats. In seiner Antrittsrede sagte Martin Abele, dass das anspruchsvolle Amt für ihn Verpflichtung und Ehre zugleich sei. Er werde als höchster Zürcher nicht abheben. Auch höre man ihm den höchsten Zürcher nicht an, obwohl er seit über 20 Jahren hier lebe, sagte Abele in seinem Bieler Dialekt weiter.

Zürich sei immer eine weltoffene Stadt gewesen, genau deshalb lebe er hier. Das Zusammenleben gehe aber nur solange gut, als niemand ausgegrenzt werde.

Dank für aufgeräumte Traktandenliste

Abele dankte zudem seinem Vorgänger Albert Leiser für die „aufgeräumte Traktandenliste". Leiser habe die Traktandenliste mit einer „klugen und straffen Ratsführung" auf ein Minimun reduziert, sagte Abele. Er werde alles daran setzen, diese nicht mehr anzuwachsen lassen. Leiser überlässt seinem Nachfolger 217 hängige Geschäfte, vor einem Jahr waren rund 350 Geschäfte hängig.

Der 49-jährige Abele sitzt seit 2006 für die Grünen im Gemeinderat und war während vier Jahren Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Seit 2010 vertritt er die Grünen im Büro, das den Ratsbetrieb organisiert. Abele ist erst der zweite grüne Politiker auf dem Bock des Stadtparlaments. 2007/08 war Christoph Hug erster grüner Ratspräsident.

Abele setzt sich für Soziales, Integration, Veloverkehr, Quartieranliegen und Sport ein. Von 1996 bis 2002 war er Präsident der Grünen Stadt Zürich. Abele war von 1992 bis 1996 Vorstandsmitglied bei der Schwulenorganisation Pink Cross. Der Berner zog 1990 nach Zürich. Seit 1998 arbeitet der Soziologe beim Forschungsinstitut gfs-zürich. Inzwischen ist er Mitglied der Geschäftsleitung.

Abele rückt als bisheriger Vizepräsident turnusgemäss auf den Präsidiumssitz nach und ersetzt Albert Leiser von der FDP. Leiser hatte vor einem Jahr 98 Stimmen erhalten. Im Jahr zuvor waren für Joe Manser (SP) 100 Stimmen eingegangen. Neben dem neuen Ratspräsidenten wurde Dorothea Frei (SP) mit 97 Stimmen zur ersten Vizepräsidentin gewählt. Matthias Wiesmann (GLP) ist neu zweiter Vizepräsident, er erhielt 78 Stimmen.

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