Alice Vollenweider kam 1927 in Zürich auf die Welt. Sie studierte Romanistik und Germanistik in Zürich und Paris. Während einiger Monate widmete sie sich in Neapel der italienischen Literatur. Thema ihrer Dissertation war der «Einfluss der italienischen auf die französische Kochkunst im Spiegel der Sprache».

Die Schwerpunkte «Küche und Kochkunst» sowie «Italien» liessen Vollenweider ihr ganzes Leben nicht mehr los. Neben ihren Kochbücher übersetzte sie auch einige italienische Novellen, gab Anthologien heraus und arbeitete als freie Journalistin.

Jahrelang betreute sie den Kochbriefkasten für die Zeitschrift «Annabelle». Eine Auswahl der Leserfragen und Antworten wurde 1996 als Buch veröffentlicht.

Ihre Kochbücher «Italiens Provinzen und ihre Küche» und «Die Küche der Toskana» erschienen im Wagenbach Verlag. Es waren aber nicht nur reine Kochbücher. Vollenweider ging es immer auch um Geschichten, Leute und Orte. Der Wagenbach Verlag schreibt zum Bestseller «Italiens Provinzen und ihre Küche»: «Ein ungewöhnliches Buch, mit dem man sowohl reisen als auch kochen kann.»

Einfache Alltagsrezepte

Legendär wurde auch Vollenweiders kulinarischer Briefwechsel mit dem Schriftsteller Hugo Loetscher aus dem Jahr 1975. Er erschien als «Kulinaritäten - Ein Briefwechsel über die Kunst und die Kultur der Küche».
Ebenfalls ein Bestseller wurde «Aschenbrödels Küche». Das Buch mit Alltagsrezepten aus verschiedenen Ländern erschien 1971. Der Limmat-Verlag legte es 2005 erneut auf. Vollenweider schreibt im Vorwort der Neuauflage dazu: «Einfache Rezepte verlangen viel Sorgfalt. Die Beschreibungen sind deshalb genau und ausführlich.»

Kochen bezeichnete Vollenweider als «Kunst, deren Ziel es ist, die Gesundheit der Menschen zu bewahren, indem sie ihnen gesunde und schmackhafte Speisen vorsetzt. Speisen, die nicht kostspielig sind und auch nicht kompliziert, damit sie alle herstellen können.»

Vollenweider lebte bis zu ihrem Tod in Zürich, wo sie am Dienstag starb. Die Abschiedsfeier findet am kommenden Dienstag im Zürcher Theater Neumarkt statt, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Todesanzeige heisst. (sda)