Treibhausgase
Landwirte im Zürcher Flaachtal werden energieeffizienter

Ein Fünftel ist die Zielgrösse von rund einem Dutzend Bauern aus dem Flaachtal: Sie wollen auf ihren Betrieben den CO2-Ausstoss um 20 Prozent reduzieren, ihre Kosten um 20 Prozent senken und die Wertschöpfung um 20 Prozent steigern. Bund und Kanton unterstützen das Projekt.

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Die Landwirte vom Flaachtal wollen ihren CO2-Ausstoss um 20 Prozent reduzieren (Symbolbild).

Die Landwirte vom Flaachtal wollen ihren CO2-Ausstoss um 20 Prozent reduzieren (Symbolbild).

Auch die Landwirtschaft komme nicht an der Klimapolitik vorbei, ist Toni Meier überzeugt, der in Flaach einen Bauernbetrieb führt. 2012 gründete er deshalb mit einem Dutzend Bauernkollegen aus dem Flaachtal den Verein "AgroCO2ncept".

Der Verein will aufzeigen, welche Klimaschutzmassnahmen sich im landwirtschaftlichen Alltag praktisch umsetzen lassen. Das Projekt hat nun "einen Meilenstein" erreicht, wie Meier am Mittwoch an einer Medienorientierung in der Gemeinde Dorf ausführte. Denn das Bundesamt für Landwirtschaft und das kantonale Amt für Landwirtschaft und Natur unterstützen nun das Projekt unter anderem über das "Ressourcenprogramm Landwirtschaft" finanziell.

Ein Bündel von Massnahmen

Die Landwirtschaft trägt mit der Verbrennung von fossilen Treib- und Brennstoffen in landwirtschaftlichen Geräten und Gebäuden sowie durch biochemische Prozesse bei der Tier- und Pflanzenproduktion zu den Emissionen von Treibhausgasen bei. Der Anteil der Landwirtschaft an den Gesamtemissionen wird auf rund zehn Prozent geschätzt.

Die Herausforderung des Klimawandels verlange, dass agronomische Verfahren und Praktiken angepasst würden, wird François Bouquet in der Medienmitteilung des Vereins zitiert. "Die Grundlagen und Konzepte sind vorhanden - sie harren allerdings der Umsetzung in der Praxis." Genau an diesem Punkt setze das Projekt "AgroCO2ncept" an.

Bislang hat der Verein mit verschiedenen Fachstellen und Beratungsfirmen ein Bündel von möglichen Massnahmen erstellt. Daraus können die interessierten Landwirte nun jene auswählen, die auf ihren Betrieb und ihre Strukturen passen.

Dabei sind Massnahmen im Bereich Tierhaltung, Pflanzenbau, Düngermanagement, Wasser und Energie vorgesehen. Zudem gibt es gesamt- und überbetrieblichen Ansätze.

Dieselfresser und Futterumstellung

Eine zentrale Standardlösung gibt es nicht: Jeder einzelne Landwirtschaftsbetrieb sei vielseitig, wird Toni Meier in der Mitteilung zitiert. Um das 20-Prozent-Ziel zu erreichen, brauche es deshalb viele einzelne Massnahmen in vielen Bereichen, die von Hof zu Hof unterschiedlich sein können.

Auf einem Hof erwies sich beispielsweise ein alter Teleskoplader als "Dieselfresser" - durch dessen Ersatz werden nun jährlich 6500 Liter Diesel eingespart. Auf einem anderen Betrieb wurde die Futterstrategie angepasst - der Ersatz des Fertigmischfutters durch eigenproduzierten Weissklee brachte eine Reduktion um jährlich 9,4 Tonnen CO2.

Laut Bouquet könnten im Flaachtal verschiedene Massnahmen getestet und weiterentwickelt werden. Jene, die sich umsetzen liessen und praxistauglich seien, könnten dann rasch über die Region hinaus im Kanton und in der ganzen Schweiz übernommen werden. Massnahmen, die sich bewähren, könnten zu einem späteren Zeitpunkt zudem in die Agrarpolitik des Bundes einfliessen.