Zürich
Kunst im Corona-Zeitalter: Stadtparlament will kreative Formen fördern

Kulturschaffende wurden von der Corona-Epidemie besonders hart getroffen. Der Stadtrat sucht nun nach neuen Ansätzen, Künstler in dieser Zeit zu unterstützen.

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Die Stadt Zürich soll im Umgang mit der Corona-Pandemie kreative Kunstformen fördern, wie sie etwa am Theater Spektakel gezeigt wurden. (Archivbild)

Die Stadt Zürich soll im Umgang mit der Corona-Pandemie kreative Kunstformen fördern, wie sie etwa am Theater Spektakel gezeigt wurden. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Das Zürcher Stadtparlament will Kulturschaffende und Kulturinstitutionen, die unter den Coronavirus-Pandemie-Folgen leiden, unterstützen. Es beauftragte am Mittwochabend den Stadtrat, Möglichkeiten dazu zu suchen, etwa mit der Förderung von neuen Ansätzen und kreativen Lösungen.

Der Vorstoss der SP schlägt etwa eine Ausschreibung vor in allen künstlerischen Disziplinen. Gesucht werden sollen neue Formate, die Kunst und Kultur in der von Distanz geprägten «Corona-Zeit» weiterhin erlebbar machen.

Wie können innovative Formate und Strategien aussehen, wenn die Mobilität eingeschränkt und die Besucherzahl limitiert ist? Welche Rolle kann Technologie spielen, und welche gesellschaftlichen und kulturellen Netzwerke sind von Bedeutung? Die angeregte Ausschreibung solle solche Fragen beantworten.

Stadt bereits auf vorgeschlagenem Weg

Die Regierung zeigte sich bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) verwies allerdings darauf, dass sich die Stadt bereits auf dem vorgeschlagenen Weg befinde. Die Regierung sehe das Postulat aber als Unterstützung, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Es sei wichtig, Wege zu finden, um der Kultur wirksam zu helfen, sagte Mauch, insbesondere freien Kulturschaffenden. Bei Kulturinstitutionen hätten sich die eingesetzten Unterstützungsinstrumente der öffentlichen Hand als wirksam erwiesen. Bei den Freien sei die Situation viel anspruchsvoller.

Die Stadt solle alles unternehmen, das breite Kulturangebot zu erhalten, fanden die Grünen. Die Covid-Pandemie werde unter Kulturschaffenden einen Scherbenhaufen hinterlassen. «Viele Kulturschaffende leben unter dem Existenzminimum», betonte ein Sprecher der Grünen. Um die freie Kulturszene in der Stadt zu erhalten, müsse die Stadt dringend handeln.

Widerstand von Rechts

Gegen das Postulat stellte sich die SVP. Der Vorstoss sei völlig überflüssig, da die Stadt den Weg ja schon eingeschlagen habe. Die Partei sehe nicht, dass neue Mittel nötig seien.

Die FDP zeigte zwar viel Sympathie für den Vorstoss, verlangte aber, dass er kostenneutral über bereits vorhandene Budgets umgesetzt werde. Als sie sich nicht durchsetzten konnte, lehnte die Partei das Postulat ab. Es wurde schliesslich dennoch mit klarer Mehrheit überwiesen.

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