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Schlusslicht ist Zürich: Greenpeace verlangt von Städten mehr Massnahmen gegen «Wegwerfkultur»

Schweizer Städte sollen sich an den Mehrwegkonzepten von Basel und Bern orientieren, findet Greenpeace Schweiz. In einem Ranking verteilt sie den meisten Städten schlechte Noten. Schlusslicht ist Zürich.

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Soll in Schweizer Städten zur Norm werden: Mehrwegbecher am Gurtenfestival in Bern. (Archivbild)

Soll in Schweizer Städten zur Norm werden: Mehrwegbecher am Gurtenfestival in Bern. (Archivbild)

Keystone

Basel gut bis sehr gut, Bern gut, Freiburg und St. Gallen genügend, alle anderen: Ungenügend. Dies ist das Resultat eines Rankings, das Greenpeace Schweiz am Montag vorgestellt hat. Bewertet wurde, wie stark sich die Stadtregierungen dafür einsetzen, «dass Mehrweggeschirr im öffentlichen Raum zur Norm wird», wie es in einer Mitteilung von Greenpeace Schweiz heisst.

Um dieses Ziel zu erreichen, bräuchten die Städte eine umfassende Strategie, so Greenpeace-Experte Florian Kasser in der Mitteilung. Einweggeschirr aus Ersatzmaterialien wie Papier, Karton oder Bioplastik nennt er «falsche Lösungen, welche die Wegwerfkultur zementieren». Es sei notwendig, alle Formen von Einweg durch Mehrweg zu ersetzen.

Zürich: «Keine nennenswerten Anstrengungen»

Konkret sollen die Städte auf öffentlichem Grund nur noch Veranstaltungen genehmigen, bei denen ausschliesslich Mehrweggeschirr angeboten wird. Einwegmaterialien sollen aus städtischen Kantinen verbannt werden, Mietverträge für Schwimmbäder, Schulkantinen oder Museen mit Mehrwegauflagen versehen werden.

Während Basel und Bern bereits solche Strategien verfolgen, werden sie in Städten wie Luzern, Lausanne und Genf laut Greenpeace nur teilweise umgesetzt. Besonders schlecht kommt im Greenpeace-Ranking die Stadt Zürich weg: Sie erhält nur die Note zwei und bildet damit zusammen mit den anderen Mehrwegsünderinnen Zug, Chur, Frauenfeld und Schaffhausen das Schlusslicht. Die Greenpeace-Studie attestiert ihnen «im Bereich Mehrweggeschirr bisher keine nennenswerten Anstrengungen.»