Politlandschaft
Junge drängen aufs nationale Polit-Parkett

Noch ist Fabian Molina der einzige – aber schon bald könnten drei Politiker aus dem Zürcher Oberland die grossen nationalen Jungparteien präsidieren.

Andres Eberhard
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Fabian Molina (Juso). Fabian Molina (Juso).
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Jungpolitiker
Andri Silberschmidt (JFDP). Andri Silberschmidt (JFDP).

Fabian Molina (Juso). Fabian Molina (Juso).

Limmattaler Zeitung

Vor kurzem waren es noch die Luzerner, welche in den Jungparteien den Ton angaben. Die Präsidenten der jungen SVP, FDP, CVP und Juso kamen allesamt aus der Zentralschweiz. Nun machen ihnen die Zürcher Oberländer diesen Platz streitig.

Mit Fabian Molina (25, Illnau) stammt bereits heute ein Präsident einer nationalen Jungpartei (Juso) aus dem Oberland. Vor wenigen Tagen gab zudem die Junge SVP bekannt, dass sie auf ihren abtretenden Präsidenten Anian Liebrand den Volketswiler Benjamin Fischer (24) als Nachfolger ins Rennen schicken wolle. Und die Jungfreisinnigen des Kantons haben an ihrer Weihnachtsfeier nun Andri Silberschmidt (21, Gossau) für das frei werdende nationale Präsidium nominiert.

So viele ambitionierte Jungpolitiker auf engem Raum. Ein Zufall? «Wahrscheinlich schon», sagt Silberschmidt, «aber ein schöner.» Er stelle im Zürcher Oberland bei Jungen ein breites Politikinteresse fest. Ausserdem sei die Zusammenarbeit auch zwischen den Parteien «einfacher und effizienter», wenn man sich kennt und die Wege kurz sind.

Heftig diskutiert

Die drei Jungpolitiker mit nationalen Ambitionen kennen sich nicht nur von ihrer politischen Tätigkeit. Fischer erinnert sich, dass er mit Molina an der Kanti im Philosophie-Kurs gesessen habe. Er sagt: «Wir sind alle schon lange politisch aktiv, das kam bei keinem von heute auf morgen.» Fischer, nach einem Bachelor in BWL Teil der Geschäftsleitung eines KMU, trat vor neun Jahren der Jungpartei bei und präsidiert seit vier Jahren die SVP Volketswil. Der stellvertretende Generalsekretär der Jungen SVP wurde in diesem Jahr auch in den Kantonsrat gewählt – als bisher einziger des ambitionierten Trios.

Der Einzige hingegen, der das begehrte Amt als Jungparteien-Präsident bereits innehat, ist Fabian Molina von den Juso. Der sagt zwar auch, dass es die Zusammenarbeit erleichtert, wenn man sich kennt. In Bezug auf die gemeinsame Herkunft klingt er aber weniger euphorisch. «Ähnliche politische Positionen sind wichtiger für die Zusammenarbeit.» An den Philosophie-Kurs an der Kanti mit Benjamin Fischer erinnert er sich aber noch gut. Die Diskussionen seien «kontrovers» gewesen, sagt Molina.

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