Vertrag unterschrieben
Jetzt steht der VBZ-Trambeschaffung nichts mehr im Weg

Der Vertrag für 70 neue und 70 optionale Trams zwischen den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) und Bombardier ist seit heute unterschrieben, wie die VBZ mitteilten. Die ersten neuen Flexity-Trams sollen 2019 auf Zürcher Schienen rollen.

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Der letzte Konkurrent von Bombardier hat sich zurückgezogen. (Archiv)

Der letzte Konkurrent von Bombardier hat sich zurückgezogen. (Archiv)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Die vergangenen Mai erfolgte Vergabe des Grossauftrags war lange heiss umkämpft. Den Weg für die Vertragsunterzeichnung frei gemacht hat das Zürcher Verwaltungsgericht, das am 21. Februar die Beschwerden der nicht berücksichtigten Unternehmen Siemens und Stadler Rail teilweise abgewiesen hat. Das Gericht entschied, dass den Beschwerden von Siemens und Stadler Rail gegen das Vergabeverfahren keine aufschiebende Wirkung zukomme. Ausserdem liess es durchblicken, dass die Beschwerden wenig Aussicht auf Erfolg haben würden. Das abschliessende Urteil steht noch aus.

Bombardier und die VBZ konnten die Vertragsverhandlungen nach dem Urteil wieder aufnehmen. Am 17. Mai 2016 hatte die kanadische Firma Bombardier den Zuschlag für den Grossauftrag erhalten.

Kein Weiterzug

Siemens gab ebenfalls heute bekannt, den Verwaltungsgerichtsentscheid nicht ans Bundesgericht weiterzuziehen: «Obwohl wir ein technisch ebenbürtiges, wirtschaftlich aber deutlich besseres Angebot abgegeben haben», wie sich Siemens-Schweiz-CEO Siegfried Gerlach in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren lässt.

Bereits vergangene Woche hatte sich Mitkonkurrent Stadler Rail geäussert und erklärt, den Zwischenentscheid des Verwaltungsgerichts nicht ans Bundesgericht weiterzuziehen.
Bombardier hatte bereits den letzten VBZ-Grossauftrag erhalten und in den 1990er-Jahren das Cobra-Tram für Zürich entwickelt. Anders als beim Cobra-Tram handelt es sich beim Flexity-Tram nicht um eine Neuentwicklung: Vergleichbare Modelle sind bereits in 22 Städten in Betrieb.

Ursprünglich sollte das Flexity-Tram bereits ab 2016 durch Zürich rollen. Die Verzögerungen im Beschaffungsverfahren haben nun zur Folge, dass die «Tram 2000»-Fahrzeuge der VBZ nochmals revidiert werden müssen, wie VBZ-Direktor Guido Schoch in einem Interview mit vbzonline sagt. Dies habe unnötige Kosten zur Folge.

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