Winterthur

Illegale Arbeiter bei Razzia in Thai-Shop entdeckt – Drahtzieherin noch immer im Gefängnis

Ohne Bewilligung in der Küche und im Laden ausgeholfen: Mehrere Illegale aus Thailand werden nun verurteilt.

Ohne Bewilligung in der Küche und im Laden ausgeholfen: Mehrere Illegale aus Thailand werden nun verurteilt.

Mitte Juni fand in einem Thai-Shop in Winterthur eine Razzia statt. Dabei wurden mehrere illegale Arbeiter entdeckt. Verhaftet wurde damals auch die Geschäftsführerin des Shops. Die vorbestrafte Drahtzieherin sitzt nun noch immer im Gefängnis.

Am frühen Morgen des 11. Juni klopften Ermittler der Kantonspolizei an die Tür eines Thai-Shops in einem Winterthurer Quartier. Die Polizeibeamten hatten im Rahmen eines Strafverfahrens einen Tipp bekommen. Der Einsatz war ein Erfolg: Die Beamten verhafteten vor Ort die Geschäftsführerin des Shops und einen Mann, der ohne Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung im Laden tätig war.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland gegen die Ladenchefin ein Urteil gesprochen. Die 54-Jährige aus der Region erhält eine bedingte Geldstrafe von 2700 Franken (90 Tagessätze à 30 Franken) und eine Busse von 500 Franken. Sie hat sich der Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz schuldig gemacht.

Die Frau mit thailändischen Wurzeln beschäftigte im Shop während mindestens einem Monat insgesamt drei thailändische Staatsangehörige, die über keine Bewilligungen verfügten. Sie halfen im Laden ganz normal mit: in der kleinen Küche, bei zahlreichen Hilfsarbeiten oder auch bei der Auslieferung von Produkten.

Kein Geld für die Arbeit – nur Kost und Logis

Der am 11. Juni ebenfalls verhaftete ungelernte Thailänder kam beispielsweise bereits Anfang Jahr illegal über Deutschland in die Schweiz. Für seine Schwarzarbeit im Thai-Shop erhielt er kein Geld ausbezahlt. Dafür konnte er gratis essen. Und es wurde ihm ein Bett in einer Wohnung zugeteilt, in der auch thailändische Massagen angeboten werden. Der Mann erhielt eine leicht tiefere, ebenfalls bedingte Geldstrafe von 2100 Franken (90 Tagessätze à 30 Franken). Sein Fall liegt nun beim Zürcher Migrationsamt.

Mit dem Fall verbunden ist aber auch eine in Winterthur wohnhafte Pflegefachfrau, selber Thailänderin und B-Aufenthalterin in der Schweiz. Sie wurde fast zeitgleich festgenommen. In einer Wohnung in Töss beherbergte sie mehrere thailändische Staatsangehörige, die schon unterschiedlich lange illegal in der Schweiz waren. Einer davon arbeitete ebenfalls in besagtem Thai-Shop.

Sie förderte damit aktiv und mehrfach den rechtswidrigen Aufenthalt, hält die Staatsanwaltschaft nun in einem weiteren Strafbefehl fest. Die Frau sitzt aktuell eine Freiheitsstrafe von 100 Tagen ab.

Die Drahtzieherin ist kein unbeschriebenes Blatt. Den Behörden ist sie bekannt wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und wegen einer Verurteilung aus dem letzten Jahr: Sie beging betrügerischen Konkurs und Pfändungsbetrug.

Die Urteile zeigen, dass von den bisherigen Ermittlungen mindestens acht Personen betroffen sind. Doch die Aktion ist noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hält sich zwar weitgehend bedeckt, teilt aber mit, man arbeite weiterhin an pendenten Verfahren.

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