Der Car war um 4.15 Uhr ins Schleudern geraten und in die Mauer am Autobahnende geprallt. Diese Mauer verhinderte, dass der Car auch noch 10 Meter hinunter in die Sihl stürzte.

Eine 37-jährige Frau aus Italien kam beim Unfall ums Leben. Insgesamt befanden sich 50 Passagiere an Bord. Neben der verstorbenen Frau befanden sich 16 Personen aus Italien, 10 aus Russland, 5 aus Deutschland, 5 aus Nigeria, 4 aus Kolumbien, 2 aus Albanien und je eine Person aus Rumänien, Jordanien, Ghana, Benin, Bosnien & Herzegowina und der Schweiz sowie 1 Person, deren Nationalität unbekannt ist, im Bus.

Drei Personen wurden schwer verletzt. Unter ihnen waren auch die beiden Chauffeure. Bei ihnen handelt es sich um Italiener im Alter von 57 und 61 Jahren. Der 57-Jährige sass zum Unfallzeitpunkt am Steuer. Beide Männer liegen im Spital, der 61-Jährige befindet sich noch in Lebensgefahr, wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntagnachmittag mitteilt.

41 weitere erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Sie wurden mit Rettungswagen in umliegende Spitäler gebracht. Vier Insassen blieben unverletzt. Bis am Sonntagnachmittag (Stand 16 Uhr) konnten 22 Personen das Spital wieder verlassen. 

Wie die Kantonspolizei bekanntgab, gehörte der Bus einem Subunternehmen von Flixbus und war von Genua nach Düsseldorf unterwegs.

«Zur Unfallursache kann weiterhin noch nichts Genaues gesagt werden», teilt die Polizei mit. Der Zustand des Fahrzeugs und der Fahrbahn sowie das Verhalten des Chauffeurs seien Gegenstand von Ermittlungen, die von der Kantonspolizei Zürich in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Zürich geführt würden.

Sehen Sie hier die Sondersendung von TeleZüri:

Carunfall bei Zürich: 1 Tote, 44 Verletzte – sehen Sie hier die Sondersendung von TeleZüri

Wegen des Unfalls wurde die Autobahn zwischen Brunau und Wiedikon in beiden Richtungen bis gegen Mittag gesperrt. Warum der Car von der richtigen Spur abkam und in der Mauer landete, war am Morgen unklar. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Strasse noch schneebedeckt. Meteorologen warnten vor Glatteis.

"Der Carfahrer fuhr zu schnell in die Kurve!"

"Der Carfahrer fuhr zu schnell in die Kurve!"

TeleZüri konnte mit dem Verletzten Mario aus Kolumbien sprechen, der im Unglückscar sass. Er möchte anonym bleiben.

Rest des "Expressstrassen-Ypsilon"

Der Unfall passierte auf dem Autobahn-Stummel, der heute noch von der einstigen Autobahn-Euphorie zeugt. Die im Jahr 1974 eröffnete Sihlhochstrasse sollte den Südast des "Expressstrassen-Ypsilon" bilden, der quer durch die Stadt hätte führen sollen.

Das "Ypsilon" wurde nie fertiggestellt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde das Projekt beerdigt. Von den Plänen übrig blieb der bereits gebaute Autobahn-Stummel hoch über der Sihl.

Auf die Tatsache, dass die Autobahn dort zu Ende ist, wird nicht speziell hingewiesen. Die Fahrspur biegt früh genug rechts ab. Wer jedoch links auf den Pannenstreifen gerät, kollidiert bald mit der Mauer. Eine Absperrung gibt es nicht, da der "Stummel" regelmässig von Polizei und Rettungskräften genutzt wird, um schnell die Richtung wechseln zu können und zu einer Unfallstelle zu gelangen. Eine Absperrung müsste jedes Mal ab- und wieder aufgebaut werden.

Lastwagen stürzte in die Sihl

Im März 2016 gab es an dieser Stelle bereits einmal einen schweren Unfall. Damals hatte sich an einem Nachmittag ein Stau gebildet, ein Lastwagenfahrer fuhr von hinten auf die stehenden Fahrzeuge auf, geriet nach links auf den Pannenstreifen und schliesslich auf den Autobahn-Stummel.

Anders als an diesem Sonntagmorgen gab die Abschrankung damals aber nach. Der Lastwagen durchbrach die Mauer, so dass er zehn Meter in die Tiefe stürzte und in der Sihl landete. Der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen an den Beinen, überlebte aber. (sda/pz)

Die Polizeibilder vom Dezember: