Kritik
Hände weg vom Stimmrecht! Regierungsrätin Jacqueline Fehr unter Beschuss

Mit ihrem Vorschlag, das Stimmrecht nach Alter zu gewichten, hat sich die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr gehörig in die Nesseln gesetzt. Kritik hagelt es von allen Seiten.

Drucken
Teilen
Selbst die Jungparteien sind gegen Fehrs Vorschlag.

Selbst die Jungparteien sind gegen Fehrs Vorschlag.

Emanuel Freudiger

Der Vorschlag der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr, das Stimmrecht nach Alter zu gewichten, findet nur wenig Anklang unter den Parteien. Selbst die Jungparteien, Vertreter jener Generation, die von Fehrs Vorschlag profitieren würden, erteilen ihrem Vorschlag im "SonntagsBlick" eine klare Absage.

"Angesichts des demografischen Wandels stellt sich die Frage des Stimmrechts tatsächlich", sagt die frisch gekürte Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. "Aber den Jungen zwei Stimmen zu geben, ist nicht zielführend und widerspricht unserem Demokratieverständnis."

Ähnlich tönts bei der Jungen SVP. "Die Politik braucht demokratische Legitimation. Und das ist nur gewährleistet mit dem Grundsatz: Ein Bürger eine Stimme", betont JSVP-Präsident Benjamin Fischer. "Alles andere ist reine Willkür. Dann öffnen wir eine Büchse der Pandora."

Noch deutlicher üben ältere Genossen Kritik an Fehr. Als "opportunistische Schnappsidee" qualifiziert alt Nationalrat und Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm die Idee aus Zürich ab. Ständerat Hans Stöckli findet, Fehr liege völlig daneben. Und der ehemalige Bundesratssprecher Oswald Sigg warnt gar vor einer "Entmündigung aller Älteren".

Aktuelle Nachrichten