Zu wenig Angebote
Günstiger Wohnraum: Studenten rennen Pro Senectute die Bude ein

Biete Wohnraum, suche Haushaltshilfe: Nach diesem Prinzip funktioniert das Projekt «Wohnen für Hilfe», bei dem junge und alte Menschen voneinander profitieren sollen. Doch die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot.

Viktoria Weber, watson.ch
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Sie versuchten es im Jahr 2012: «Mit unserer Partnerschaft hatten wir einfach Glück», erklärten die 73-jährige ehemalige Lehrerin Verena Demuth und der 24-jährige Student Matthias Sommer.

Sie versuchten es im Jahr 2012: «Mit unserer Partnerschaft hatten wir einfach Glück», erklärten die 73-jährige ehemalige Lehrerin Verena Demuth und der 24-jährige Student Matthias Sommer.

zvg

Studenten, die in der Schweiz günstigen Wohnraum suchen, haben es derzeit so schwer wie noch nie. Einen Beweis dafür liefert das Projekt «Wohnen für Hilfe». Die Idee ist simpel wie genial: Junge Menschen helfen Senioren beim Bewältigen ihres Alltags und bekommen im Gegenzug dafür gratis Wohnraum zur Verfügung gestellt.

Diese Art von Deals werden in der Schweiz bereits seit einigen Jahren von Pro Senectute unter dem Namen «Generationenübergreifende Wohnpartnerschaften – Wohnen für Hilfe» organisiert.

Doch die Hilfsorganisation sieht sich mit einem Problem konfrontiert: «Wir haben viel zu viele Studenten, die sich bei uns melden, weil sie das Angebot gerne nutzen würden – aber viel zu wenig Senioren, die mitmachen wollen», erklärt Pressesprecher Rolf Krebser von Pro Senectute Kanton Zürich.

In Zürich wurde «Wohnen für Hilfe» im Jahr 2009 ins Leben gerufen – aktuell gibt es hier 19 solcher Wohngemeinschaften. Doch während im Jahr 2014 circa 100 Anfragen von Studenten eintrudelten, tat sich auf der anderen Seite zu wenig: «Den 100 Anmeldungen von Studenten stehen etwa 20 Anfragen von Seniorinnen und Senioren gegenüber», erklärt Annelene Paul, Koordinatorin «Wohnen für Hilfe» in Zürich.

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