Armee übt Katastrophenhilfe
Grosseinsatz der Armee im Säuliamt und auf dem Üetliberg

Militärische und zivile Einsatzkräfte übten am Dienstag im Säuliamt den Ernstfall eines Waldbrands auf dem Üetliberg. Nach fünf Stunden sprudelte das Löschwasser oben am Berg aus den Schläuchen.

Matthias Scharrer
Drucken
Teilen
Armee-Helikopter fliegt Puch-Jeep durchs Säuliamt.
6 Bilder
Aus der Reppisch wird Löschwasser gepumpt.
Für die Arbeiten im Gelände ist gutes Schuhwerk nötig.
Soldaten rollen Schläuche auf der Felsenegg aus.
Nach fünf Stunden sprudelt das Löschwasser ins provisorische Löschwasserbecken auf der Felsenegg.
Grosseinsatz der Armee im Säuliamt

Armee-Helikopter fliegt Puch-Jeep durchs Säuliamt.

matthias scharrer

Dienstagnachmittag im Säuliamt: Im Minutentakt fliegen drei Armeehelikopter zwischen dem improvisierten Landeplatz bei Bonstetten und dem angeblichen Brandherd auf dem Üetliberg hin und her. Im Schlepptau haben sie Jeeps und Löschpumpen. 300 Armeeangehörige und 100 zivile Rettungskräfte üben für den Ernstfall eines Waldbrandes auf dem Üetliberg.

Oberstleutnant Josef Wiederkehr, im Zivilleben CVP-Kantonsrat und Bauunternehmer aus Dietikon, erklärt die Übungsanlage: «Der Wald brennt im Raum Folenweid. Westwindes droht das Feuer über die Falletschen nach Adliswil zu treiben.»

Zudem sei wegen eines Bergrutsches die Zufahrt zum Brandherd vom Uto Kulm her erschwert. Die lokale Feuerwehr, die seit dem Vorabend den Brand bekämpfte, wisse nicht mehr weiter. Deshalb komme die Luftwaffe mit ihren Helikoptern zum Einsatz. Und die 300 WK-Soldaten der militärischen Katastrophenhilfe.

Den Morgen verbrachten sie noch in einer Armeeunterkunft in Herisau. Dann reisten sie per Helikopter und auf zwei Anfahrtsrouten zu Lande ins Säuliamt. Bauten den Heli-Landeplatz bei Bonstetten. Installierten ab elf Uhr Wasserpumpen in der Reppisch.

Verlegten von dort Schläuche via Bucheneggstrasse in Richtung Felsenegg. 250 Höhenmeter sind zu überwinden. 6,5 Kilometer lang ist die Schlauch-Strecke von der Reppisch bis zum Brandherd.

Nachmittags um vier füllen sich die Schläuche. Das Wasser sprudelt in ein Löschwasserbecken nahe der Felsenegg, das wie ein Gartenplanschbecken aussieht und 35 000 Liter fasst. Kleines Problem: Das Gummibecken leckt.

Aus einem Loch in der Seitenwand spritzt ein etwa zwei Zentimeter dicker Wasserstrahl. «Ein paar Liter von 35 000 Litern – das verkraften wir», sagt ein Presseoffizier. Jetzt könnten die Löscharbeiten der Armee beginnen, wenn da wirklich ein Feuer wäre. Vonseiten Uto Kulm her ist Schutz und Rettung Zürich bereits an der Arbeit.

«Es ist wichtig, die Zusammenarbeit von Armee und zivilen Rettungskräften zu üben», sagt Wiederkehr. Einen realen Katastrophenhilfeeinsatz habe er erst einmal erlebt. Das war, als der Sturm «Lothar» Ende 1999 wütete.

Doch Armeekräfte kämen immer wieder bei Waldbränden zum Einsatz. Neben den Wiederholungskurs-Teilnehmern gebe es dafür auch die 150 bis 200 Durchdiener, die für Katastrophenhilfe permanent einsatzbereit seien.

Nach den Kosten der Übung «Üetli» gefragt, sagt Wiederkehr: «Die haben wir nicht durchgerechnet.» Übungen müssten ohnehin gemacht werden. Und: «Die Luftwaffe ist immer froh, wenn sie mit uns fliegen kann – weil sie dann etwas Realitätsnahes macht.»

Aktuelle Nachrichten