Digitalisierung

Grosse Screens statt Plakate: «Grenzwerte werden überschritten»

Ab nächstem Jahr sollen 12 neue digitale Werbeflächen in der Stadt Zürich aufgestellt werden. Die Bildschirme kommen bei einem Verein, der sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt, gar nicht gut an. Die Grenzwerte werden überschritten, sagt der Präsident.

Sie blinken, leuchten und wechseln im vorgegebenen Takt die Bilder: digitale Werbebildschirme. In der Schweiz sind sie auf dem Vormarsch, denn die Wirtschaft setzt auf die bewegten Bilder, welche die Aufmerksamkeit von Passanten und Pendlern wecken. Auch in Zürich breitet sich die Werbeform aus. Bereits 35 Bildschirme stehen auf Stadtzürcher Grund. Nun sollen 12 weitere folgen, wie «20 Minuten» berichtet hat.  

Bald sollen die 12 neuen Anlagen unter anderem am Bleicherweg, am Bellevueplatz, an der Löwenstrasse und an der Bahnhofstrasse aufgestellt werden. Werbeanlagen werden dort positioniert, wo viel Volk unterwegs ist: Einkaufsstrassen, Verkehrsknoten und Quartierzentren. Das Fabian Korn, Sprecher des Zürcher Amts für Städtebau.

«Je mehr Licht, desto schädlicher für die Umwelt»

Gegen neuen digitalen Werbeanlagen ist Lukas Schuler, Präsident von Dark-Sky Switzerland. Die Grenzwerte der Leuchtdichte würden zum Teil bereits mit den vorhandenen Anlagen massiv überschritten. Das sei unter anderem ökologisch problematisch und stehe im Widerspruch zum Umweltschutz. «Je mehr Licht wir produzieren, desto mehr Energie brauchen wir unnötig und desto schädlicher ist das für die Umwelt.» Dark-Sky Switzerland werde erneut auf die Aufhaltung der Grenzwerte pochen.

Betriebszeiten und energieeffiziente Geräte

Projektleiter Fabian Korn sagt, dass sowohl die Lichtdichte als auch die Betriebszeiten von den Betreibenden eingestellt werden können. Zudem seien alle Bildschirme mit Tageslichtsensoren ausgestattet, welche die Helligkeit steuern würden, begründet Betreiberin Clear Channel.

Nebst der Lichtdichte, würden unter anderem auch die Betriebszeiten vertraglich festgesetzt: Die 55-Zoll-Bildschirme dürfen nur zwischen der Morgendämmerung und 22 Uhr leuchten. In den Betriebsvorgaben ist ebenso festgehalten, dass die energieeffizientesten Geräte eingesetzt werden müssen. Wie Korn sagt, verbrauchen die Bildschirme zwar mehr Energie als konventionelle Plakate, in der Logistik könne hingegen Energie eingespart werden. Die Bewirtschaftung könne nämlich per Knopfdruck erfolgen und nicht mehr mit dem Auto. Zudem entfalle der Aufwand für Druck und Papier.

Die Stadt wolle sich der Digitalisierung nicht verschliessen und wolle die Entwicklung in diesem Bereich mitsteuern, so Korn. Für den Betrieb von 15 digitalen Stadtplänen mit Werbebildschirmen auf einer Seite zahlt Clear Channel der Stadt zurzeit knapp 45'000 Franken pro Monat.

Autor

Larissa Cathomen

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