Checkup

Es darf wieder operiert werden – doch in der Klinik Hirslanden herrscht noch lange nicht Normalbetrieb

Langer Weg zurück zur Normalität

Langer Weg zurück zur Normalität

Seit letztem Montag dürfen die Spitäler wieder alle Eingriffe vornehmen, nicht nur Notfälle. Wie der Weg zurück in die Normalität aussieht und wie ein maximaler Schutz für Patienten und Mitarbeiter gewährleistet werden kann, erklären Experten der Klinik Hirslanden in Zürich.

Seit dieser Woche dürfen die Schweizer Spitäler wieder alle Operationen durchführen. Dass das aber noch lange nicht Normalzustand bedeutet, zeigt das Gesundheitsmagazin CheckUp, dass in der Klinik Hirslanden in Zürich zu Gast war.

Im Spital Hirslanden in Zürich ist wieder mehr Betrieb als auch schon: Seit Mitte März durften nur Notfälle operiert werden, so stauten sich rund 1000 Eingriffe an, die nun sukzessive abgearbeitet werden. Ein Experten-Gremium entscheidet, welche Eingriffe priorisiert werden.

Sacha Geier, Leiterin Medizinisches System, erklärt dies anhand einer Knie-Operation: «Wenn es um eine Prothese geht, dann muss man das irgendwann machen, weil sonst das Knie kaputt ist, und der Patient lebenslänglich eine Bewegungseinschränkung hat.» Da müsse man den gesunden Menschenverstand walten lassen, so dass der Patient in die Reha könne, und danach wieder ein normales Leben aufnehmen.

Man sehe aber auch, dass gar nicht alle Patienten in die Klinik kommen wollten, sagt Geier. «Ich spüre die Zurückhaltung.» Dies könnte daran liegen, dass die Klinik Hirslanden einige Corona-Patienten behandelt und eine Isolierstation aufgebaut hat. Das hat Menschen davon abgehalten, in die Klinik zu kommen, aus Angst sich anzustecken. Dies zu unrecht, wie Geier erklärt: «Die Schutzmassnahmen werden hoch gehalten, das Personal und die Patienten tragen Masken, zudem sind wir professionell geschult.»

Kostenfrage noch nicht geklärt

Vom Normalbetrieb ist man weit entfernt: Patientenbesuche im Spital sind nicht erlaubt, jeder, der hinein kommt, muss sich die Hände desinfizieren und zwingend eine Atemschutzmaske aufsetzen. Es gibt zur Zeit nur Einzelzimmer, und das Essen wird nur im Zimmer serviert. Das Besucherrestaurant steht nur noch dem Personal zur Verfügung, pro Tisch dürfen nur zwei Personen sitzen. Zudem muss das Spital für eine zweite Corona-Welle gerüstet sein. 

Normalerweise habe man eine Auslastung von 80 bis 85 Prozent, sagt Dietmar Mauer, Direktor der Klinik Hirslanden. «In der Krise kamen wir deutlich unter 50 Prozent. Jetzt bauen wir das stufenweise wieder auf.» Das bedeutet auch finanzielle Einbussen, und wegen der Schutzmassnahmen fallen höhere Kosten an. Wer genau wieviel dieser Kosten zu tragen hat, steht momentan noch zur Diskussion.

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