Universität Zürich
Diese 30-Millionen-Franken Investition soll Leben retten

Für 30 Millionen Franken wurden die Labors der Mikrobiologen erneuert.

Michel Wenzler
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Impressionen aus dem neuen Labor der Mikrobiologen
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Impressionen aus dem neuen Labor der Mikrobiologen

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Ein Haus voller Bakterien, Viren und Pilze: Für die meisten Menschen ist das eine Horrorvorstellung. Für die Forscher des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich (IMM) ist es ein Traum – zumindest, solange die Krankheitserreger schön säuberlich im Labor aufbewahrt sind. Vor kurzem haben die Wissenschaftler gar neue Labors bezogen: in einem Neubau an der Gloriastrasse im Zürcher Hochschulquartier, in unmittelbarer Nähe zum Universitätsspital.

Die letzten Bauarbeiten sind zwar noch nicht abgeschlossen, das Gebäude ist aber bereits in Betrieb und die Verantwortlichen sind entsprechend erleichtert. Denn der bisherige Standort nebenan, ein denkmalgeschütztes Gebäude von Bruno Giacometti, war aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr nutzbar. Für 30 Millionen Franken wurde deshalb ein neuer Bau erstellt und der bisherige saniert. «Spitzenforschung braucht auch Spitzenbedingungen», sagte am Donnerstag Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur der Universität Zürich, bei der Präsentation des Neubaus. Und Institutsdirektor Erik Böttger ergänzte: «Das Geld der Steuerzahler ist hier gut angelegt.»

Hochschulquartier: Milliarden für ETH, Uni und Unispital

Das Zürcher Hochschulquartier ist im Umbruch. Rund 4,5 Milliarden Franken werden in den nächsten 30 Jahren im Stadtzentrum in neue Gebäude für Uni, Unispital und ETH investiert. Ziel ist es, dass sich die drei Institutionen auf ihre bisherigen Hauptstandorte konzentrieren. Vor kurzem hat Baudirektor Markus Kägi (SVP) drei Gestaltungspläne für das Hochschulgebiet festgesetzt, welche die künftige Entwicklung ermöglichen. Sie sind umstritten. So gingen über 30 Einwendungen dagegen ein. Die Kritik konzentriert sich hauptsächlich auf die Höhe und Volumen der geplanten Neubauten. Die Maximalhöhe der Gebäude bleibt jedoch bei 512 Metern über Meer, was eine Gebäudehöhe von 57 Metern ergibt. Noch läuft die Rekursfrist gegen die Gestaltungspläne.

Wettrennen mit Bakterien

Was aber genau machen die Forscher am IMM? Das Tätigkeitsfeld ist weit. Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Verbesserung der Spitalhygiene und die Erforschung von Antibiotikaresistenz sind nur einige Beispiele. Gerade letzteres Problem hat sich laut Böttger seit der Jahrtausendwende akzentuiert. «Viele Bakterien sind resistent gegen Antibiotika. Das ist ein Albtraum, weil wir dadurch keine letzte Verteidigungslinie mehr haben», sagte der Mediziner und Mikrobiologe. Er arbeitet deshalb mit Wissenschaftskollegen an einem neuen Wirkstoff.

Als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem IMM und dem Universitätsspital gilt die Entdeckung, dass viele Fälle schwerer Infektionen nach Herzoperationen auf Verunreinigungen von Herz-Lungen-Maschinen zurückzuführen waren. Entstanden waren die Kontaminationen bereits bei der Herstellung der Geräte – ein Umstand, der nicht nur in der Fachwelt, sondern auch in den Medien für Aufsehen sorgte. Die Hersteller haben aufgrund der Befunde den Produktionsprozess angepasst.

Nächster Bau in Planung

Die räumliche Nähe zwischen IMM und Unispital, das zeigt dieses Beispiel, wirkt befruchtend. Das Institut untersucht zudem jährlich 100 000 Patientenproben. Die Wege zum Spital müssen deshalb kurz sein. «Zeit ist bei schweren Infektionsfällen entscheidend», sagte Böttger. Die Konzentration der universitären Immobilien auf die Hauptstandorte ist deshalb das erklärte Ziel, wie Schnyder ausführte. Diese Strategie verfolgt denn auch die angestossene Entwicklung des Hochschulgebiets.

Das IMM wird sich schon bald erneut baulich verändern, die Planung dafür hat bereits begonnen. Denn das eben erst bezogene Gebäude hat die feuerpolizeiliche Bewilligung vorerst nur für 15 Jahre erhalten. Teile der heute modernen Infrastruktur werden bis dann wohl wieder veraltet sein. Im Moment jedoch versuchen die Forscher mit den neusten Diagnostikmethoden und Labors, den Bakterien den Garaus zu machen.

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