Von Dada bis Zwingli
Die Top 10: Zürichs kulturelles Erbe

Am 5. Februar feiert Zürich den 100. Geburtstag der Dada-Bewegung. Laut dem Zürcher Stadtrat ist sie «wohl das bedeutendste Kulturerbe Zürichs seit der Reformation». Zwingli, Dada – und was noch? Hier ist sie: Zürichs Kulturrangliste.

Matthias Scharrer
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Cabaret Voltaire: In der Künstlerkneipe in der Zürcher Altstadt trafen sich ab dem 5. Februar 1916 vor dem 1. Weltkrieg geflohene Künstler und gründeten die Dada-Bewegung. Der Dadaismus hatte in der Folge weltweit Ableger und beeinflusste die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert mannigfaltig – mit Nachwirkungen in der bildenden Kunst, Literatur und Musik. 2004 wurde das Cabaret Voltaire neu eröffnet, um sich diesem kulturellen Erbe zu widmen.martin stollenwerk/zvg

Cabaret Voltaire: In der Künstlerkneipe in der Zürcher Altstadt trafen sich ab dem 5. Februar 1916 vor dem 1. Weltkrieg geflohene Künstler und gründeten die Dada-Bewegung. Der Dadaismus hatte in der Folge weltweit Ableger und beeinflusste die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert mannigfaltig – mit Nachwirkungen in der bildenden Kunst, Literatur und Musik. 2004 wurde das Cabaret Voltaire neu eröffnet, um sich diesem kulturellen Erbe zu widmen.martin stollenwerk/zvg

Foto: Martin Stollenwerk Zürich
Cabaret Voltaire In der Künstlerkneipe in der Zürcher Altstadt trafen sich ab dem 5. Februar 1916 vor dem 1. Weltkrieg geflohene Künstler und gründeten die Dada-Bewegung. Der Dadaismus hatte in der Folge weltweit Ableger und beeinflusste die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert mannigfaltig – mit Nachwirkungen in der bildenden Kunst, Literatur und Musik. 2004 wurde das Cabaret Voltaire neu eröffnet, um sich diesem kulturellen Erbe zu widmen.  

Cabaret Voltaire In der Künstlerkneipe in der Zürcher Altstadt trafen sich ab dem 5. Februar 1916 vor dem 1. Weltkrieg geflohene Künstler und gründeten die Dada-Bewegung. Der Dadaismus hatte in der Folge weltweit Ableger und beeinflusste die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert mannigfaltig – mit Nachwirkungen in der bildenden Kunst, Literatur und Musik. 2004 wurde das Cabaret Voltaire neu eröffnet, um sich diesem kulturellen Erbe zu widmen.  

martin stollenwerk/zvg
Huldrych Zwingli war ab 1519 Prediger im Zürcher Grossmünster. Mit seiner Bibel-Übersetzung lancierte er die Reformation in der Deutschschweiz. Er brachte die christliche Religion dem Volk in seiner eigenen Sprache nahe. Zu Zwinglis Erbe gehörte auch die Abschaffung der Bilder in der Kirche, die Aufhebung der Klöster und die Neuorganisation der Armenfürsorge. 

Huldrych Zwingli war ab 1519 Prediger im Zürcher Grossmünster. Mit seiner Bibel-Übersetzung lancierte er die Reformation in der Deutschschweiz. Er brachte die christliche Religion dem Volk in seiner eigenen Sprache nahe. Zu Zwinglis Erbe gehörte auch die Abschaffung der Bilder in der Kirche, die Aufhebung der Klöster und die Neuorganisation der Armenfürsorge. 

Keystone
Das Birchermüsli Mit seiner Erfindung des Birchermüeslis veränderte der in 1867 in Aarau geborene und 1939 in Zürich gestorbene Arzt Maximilian Oskar Bircher die Esskultur. Schon früh erkannte er die Bedeutung der Vollwert- und Rohkosternährung. Zunächst als Arzt in Aussersihl tätig, eröffnete Bircher 1904 das Sanatorium «Lebendige Kraft» auf dem Zürichberg. 

Das Birchermüsli Mit seiner Erfindung des Birchermüeslis veränderte der in 1867 in Aarau geborene und 1939 in Zürich gestorbene Arzt Maximilian Oskar Bircher die Esskultur. Schon früh erkannte er die Bedeutung der Vollwert- und Rohkosternährung. Zunächst als Arzt in Aussersihl tätig, eröffnete Bircher 1904 das Sanatorium «Lebendige Kraft» auf dem Zürichberg. 

Floydine/Fotolia
Zwei Zürcher prägten die Schweizer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts entscheidend: Max Frisch (1911–1991) und Gottfried Keller (1819–1890). Während der Weltbürger Frisch mit Werken wie «Stiller» das Problem der Identität ins Zentrum rückte, schuf Keller mit seinen «Züricher Novellen» auch einen Abriss der älteren Zürcher Kultur- und Sittengeschichte.

Zwei Zürcher prägten die Schweizer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts entscheidend: Max Frisch (1911–1991) und Gottfried Keller (1819–1890). Während der Weltbürger Frisch mit Werken wie «Stiller» das Problem der Identität ins Zentrum rückte, schuf Keller mit seinen «Züricher Novellen» auch einen Abriss der älteren Zürcher Kultur- und Sittengeschichte.

Key
Die Street Parade, 1992 als Umzug der damaligen Subkultur Techno gegründet und von Anhängern eines elitären Kulturbegriffs noch immer belächelt, hat sich zum massentauglichsten Kulturereignis der Schweiz entwickelt. Bei schönem Wetter lockt sie Sommer für Sommer bis zu einer Million Menschen auf die Route der Love Mobiles rund ums Zürcher Seebecken. 

Die Street Parade, 1992 als Umzug der damaligen Subkultur Techno gegründet und von Anhängern eines elitären Kulturbegriffs noch immer belächelt, hat sich zum massentauglichsten Kulturereignis der Schweiz entwickelt. Bei schönem Wetter lockt sie Sommer für Sommer bis zu einer Million Menschen auf die Route der Love Mobiles rund ums Zürcher Seebecken. 

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Die Tasche aus LkW-Planen 1993 entwickelten die Brüder Markus und Daniel Freitag aus Lastwagenplanen eine Tasche für Velokuriere. Sie wurde zum Zürcher Designobjekt schlechthin. 2003 nahm das Museum of Modern Art in New York die Freitag-Tasche in seine Sammlung auf. Heute beschäftigen die Freitag-Brüder in Zürich 150 Mitarbeitende und produzieren jährlich rund 350 000 Produkte.  

Die Tasche aus LkW-Planen 1993 entwickelten die Brüder Markus und Daniel Freitag aus Lastwagenplanen eine Tasche für Velokuriere. Sie wurde zum Zürcher Designobjekt schlechthin. 2003 nahm das Museum of Modern Art in New York die Freitag-Tasche in seine Sammlung auf. Heute beschäftigen die Freitag-Brüder in Zürich 150 Mitarbeitende und produzieren jährlich rund 350 000 Produkte.  

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Harald Naegeli Als «Sprayer von Zürich» machte Harald Naegeli Ende der 1970er-Jahre Schlagzeilen im In- und Ausland. Der 1939 geborene Spross einer Zürcher Ärztefamilie sprühte bei Nacht und Nebel Hunderte von Strichmännchen und -weibchen an die Wände seiner Heimatstadt – und musste dafür ins Gefängnis. Heute ist er als Vorreiter der Street Art längst international anerkannt. 

Harald Naegeli Als «Sprayer von Zürich» machte Harald Naegeli Ende der 1970er-Jahre Schlagzeilen im In- und Ausland. Der 1939 geborene Spross einer Zürcher Ärztefamilie sprühte bei Nacht und Nebel Hunderte von Strichmännchen und -weibchen an die Wände seiner Heimatstadt – und musste dafür ins Gefängnis. Heute ist er als Vorreiter der Street Art längst international anerkannt. 

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Das Sechseläuten ist der Inbegriff der traditionellen Zürcher Kultur. Jahr für Jahr lockt das Frühlingsfest der Zünfte hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft der ganzen Schweiz zum Umzug in historischen Kostümen durch die Innenstadt. Sechseläuten ist auch Volkskultur: Tausende verfolgen den Umzug am Strassenrand, Zigtausende vor dem Fernseher. 

Das Sechseläuten ist der Inbegriff der traditionellen Zürcher Kultur. Jahr für Jahr lockt das Frühlingsfest der Zünfte hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft der ganzen Schweiz zum Umzug in historischen Kostümen durch die Innenstadt. Sechseläuten ist auch Volkskultur: Tausende verfolgen den Umzug am Strassenrand, Zigtausende vor dem Fernseher. 

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Tierisches Der Zoo Zürich spielte eine Vorreiterrolle, indem er seit 1991 auf die naturnahe Präsentation von Tieren setzte. So lassen sich im überdachten Masoala-Regenwald auf dem Zürichberg etwa Chamäleons beobachten – auch ein kulturelles Erbe.

Tierisches Der Zoo Zürich spielte eine Vorreiterrolle, indem er seit 1991 auf die naturnahe Präsentation von Tieren setzte. So lassen sich im überdachten Masoala-Regenwald auf dem Zürichberg etwa Chamäleons beobachten – auch ein kulturelles Erbe.

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Musikalisches Ihre erste Karriere als Zürcher Funpunker hatten Boni Koller und Sybille Aeberli bereits hinter sich, als sie 1995 die Band Schtärneföifi gründeten. Fortan machten sie Rocksongs für Kinder. Heute sind ihre Hits wie «Heicho – ohni Znacht is Bett» aus Deutschschweizer Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. 

Musikalisches Ihre erste Karriere als Zürcher Funpunker hatten Boni Koller und Sybille Aeberli bereits hinter sich, als sie 1995 die Band Schtärneföifi gründeten. Fortan machten sie Rocksongs für Kinder. Heute sind ihre Hits wie «Heicho – ohni Znacht is Bett» aus Deutschschweizer Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. 

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