Pelz ist chic – mehr denn je, wie ein Blick auf die Verkaufszahlen zeigt. Im vergangenen Jahr hat die Schweiz rund 440 Tonnen Pelz importiert  – so viel wie seit 24 Jahren nicht mehr. Beim Zürcher Hiltl Club lässt man sich davon aber nicht beeindrucken. Bereits vor rund zwei Jahren wurde die Regel eingeführt, dass Pelzträgern – sei es nur mit pelzigen Bommeln oder Kapuzenrändern – der Eintritt verwehrt wird.

Der Kürschner Thomas Aus der Au, der in Zürich ein Pelzgeschäft führt, steigt hart ins «TalkTäglich»-Gespräch ein: Personen Kleidervorschriften zu machen, habe etwas «Talibanmässiges» und «Mittelalterliches». Man dürfe nicht alles in einen Topf werfen. «Bei den Fellen der Schweizer Rotfüchse heisst es nutzen oder verbrennen», argumentiert Aus der Au. Die Fuchspopulation werde in der Schweiz so oder so reguliert, daher sei es sinnvoll, das Fell zu verwenden.

Der Gastronom Rolf Hiltl steht zu seinem Pelzverbot. «Ich lasse mich nicht als Pelzgegner der Schweiz deklarieren»: Er findet es beispielsweise absolut in Ordnung, dass seine Grossmutter dazumals Pelz trug, aber heute sei es einfach «too much». Ihm geht es dabei stets um das Wohl des Tier: «Es ist nicht okay, dass man Tiere ausnutzt oder schlecht behandelt.» Wobei Rolf Hiltl stets betont, dass er kein Extremist sei und auch ab und zu Fleisch esse, solange es aus guter Haltung komme.

Massenabweisungen beim Hiltl Club wegen Pelzboom

Massenabweisungen beim Hiltl Club wegen Pelzboom (Dezember 2016)

Bis zu 100 Besuchern pro Abend wird der Einlass in den Vegetarier-Tempel verwehrt, weil ihre Jacken Echtpelz enthalten. Uneinsichtige werden "schockerzogen".

«Seien wir mal ehrlich«, wirft Hiltl weiter in die Runde, «die Mehrheit der in der Schweiz getragenen Pelze stammt weder von Schweizer Füchsen, Mardern noch Küngeln.» Dem stimmt Aus der Au sehr wohl zu, «aber man kann sich informieren und entsprechend einkaufen». Es sei zudem schwachsinnnig, etwas Synthetisches aus Erdöl herzustellen, wenn es ein Naturprodukt dazu gebe.

Auf die Bemerkung von Moderator Oliver Steffen, dass er selbst im Beitrag einen Kunstpelz trage, gibt sich Hiltl geständig. «Ich habe ihn weggeworfen, es war tatsächlich ein Deppenkragen. Nur Deppen tragen solche.» Aus der Au teilt diese Meinung selbstverständlich nicht. Es sei eine Form der Nutztierhaltung, bei der wie bei Fleisch- oder Milchzucht, ethische Grundsätze und Tierschutzrechte gelten. 

Pelz ja oder nein?

Pelz ja oder nein?

Echtpelz liegt im Trend. Den Zürcher Hiltl-Club beeindruckt das wenig. Bei Ihnen haben Pelzträger nichts zu suchen und werden konsequent abgewiesen.