Zürcher Berufsmesse

Büchsenmacher oder Apparateglasbläser: Auch seltene Berufe werden vorgestellt

Es muss nicht immer das KV sein: An der Zürcher Berufsmesse werden auch seltene Lehrberufe vorgestellt. 35'000 Schulabgängerinnen und Schulabgänger machen sich im Kanton Zürich jedes Jahr auf die Suche nach einer Lehrstelle, 12'000 Betriebe bieten eine solche an.

Viele Jugendliche machen sich derzeit Gedanken über ihren Berufswunsch, bemühen sich um eine Schnupperstelle oder schreiben eine Bewerbung nach der andern. 35000 Schulabgängerinnen und Schulabgänger machen sich im Kanton Zürich jedes Jahr auf die Suche nach einer Lehrstelle, 12000 Betriebe bieten eine solche an. 

Am beliebtesten ist noch immer die kaufmännische Ausbildung. Bei 22 Prozent der jungen Frauen ist sie die erste Wahl. Ebenfalls gefragt sind die Fachfrau Betreuung (14 Prozent) und die Fachfrau Gesundheit (10 Prozent). Die jungen Männer favorisieren ebenfalls das KV (14 Prozent). Auf dem zweiten und dritten Platz auf der Beliebtheitsskala liegen Informatiker (8 Prozent) und Detailhandelsfachmann (6 Prozent).

Die Auswahl der Berufe ist gross. Doch am Ende wählen drei Viertel der jungen Männer aus einem Spektrum von nur 36 verschiedenen Berufen aus. Das übrige Viertel verteilt sich auf 133 weitere Berufe. Bei den jungen Frauen ist es noch extremer. Drei von vier wählen aus nur 14 unterschiedlichen Berufen aus. Die übrigen 115 Berufe werden nur von einem Viertel berücksichtigt. Das liegt in erster Linie am Angebot. Manche Tätigkeiten sind einfach nicht mehr so gefragt wie früher. Bei manchen Lehrberufen erstaunt es, dass es sie im Kanton Zürich überhaupt (noch) gibt. Eine Auswahl.

Büchsenmacherinnen stellen keine Dosen her. Sie reparieren und revidieren Pistolen, Revolver und Gewehre. Bei diesen Waffen handelt es sich grösstenteils um Jagd- und Sportwaffen sowie Armee- und Polizeiwaffen. Büchsenmacherinnen arbeiten mit Metall, Holz und Kunststoff und beherrschen Metallbearbeitungstechniken wie Feilen, Bohren, Drehen, Fräsen sowie das Schneiden von Gewinden und sind geübt im Löten und Schweissen. Sie schiessen neue Waffen ein und testen reparierte. Die Schiesspraxis ermöglicht eine fachgerechte Kundenberatung, bei der auch die waffengesetzlichen Grundlagen erklärt werden.

Apparateglasbläserinnen fertigen mithilfe des Gasbrenners Grundelemente für Glasapparate wie Böden, Schlauchanschlüsse, Kugeln und Kühlspiralen, die beispielsweise in Chemie- und Forschungslaboren verwendet werden. Als Vorlage dienen ihnen technische Zeichnungen oder selbst erstellte Skizzen, die sie von Hand oder am Computer mit Zeichensoftware zeichnen. Apparateglasbläserinnen bearbeiten Glas am Tisch und an der Drehbank durch Warm- und Kaltbearbeitung.

Holzbildhauerinnen entwerfen Einzelstücke und kleinere Serien nach den Vorstellungen und Wünschen der Kundschaft. Sie fertigen Skizzen, Zeichnungen sowie Modelle und beurteilen diese mit dem Auftraggeber. Für Schreinereien verzieren sie Möbel, für Orgelbauer schnitzen sie Kirchenorgel-Ornamente. Im Auftrag von Kirchen stellen sie Chorgestühle und religiöse Figuren her, für Giessereien fertigen sie Gussmodelle. Für Vereine schnitzen sie Wanderpreise und für Private Familienwappen, Skulpturen oder Grabmale. Mit Band- oder Motorsäge sägen Holzbildhauerinnen die grobe Form zu, der Rest ist feine Handarbeit.

Küferinnen sind in Küfereien oder in Weinkelterungs- und Weinhandelsbetrieben tätig. Sie arbeiten vorwiegend mit Massivholz, das sie mit Maschinen und Hilfsmitteln zu Gefässen verarbeiten. Früher fertigten sie vor allem grosse Holzfässer und Kübel für die Wein- und Landwirtschaft an, die aber mehrheitlich durch Behälter aus Kunststoff oder Metall verdrängt wurden. Heute stellen sie eher Produkte für einen Nischenmarkt her: Neben traditionellen Gebinden produzieren sie auch Spezialprodukte wie Freiluft-Badewannen (Hot Tub), Pflanzenkübel, Zierfässer, Weinkühler und Flaschenschränke. Zur Ausbildung gehören auch die Weinbereitung und die Weinpflege.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1