Kanton Zürich
Auch in Altbauten sollen Heizkosten individuell abgerechnet werden

Im Kanton Zürich sollen in allen alten und neuen Gebäuden ab drei Wohnungen die Heizkosten und der Warmwasserverbrauch individuell abgerechnet werden. Der Kantonsrat hat am Montag eine entsprechende Einzelinitiative mit 64 Stimmen vorläufig unterstützt.

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Sowohl in Alt- wie auch in Neubauten werden Heizkosten individuell abgerechnet (Archiv)

Sowohl in Alt- wie auch in Neubauten werden Heizkosten individuell abgerechnet (Archiv)

Keystone

Die Initiative des Zürcher Naturwissenschaftlers Hans Zürrer verlangt eine Änderung des Energiegesetzes. Neue und alte Gebäude mit mindestens drei Wohneinheiten sollen mit Geräten zur Erfassung des individuellen Wärmeverbrauchs für Heizung und Warmwasser ausgerüstet werden.

Die Erfassung des Energieverbrauchs sei auch bei bestehenden Gebäuden einfach, beispielsweise mit Heizkostenverteilern an Radiatoren oder Wärmezählern am Eingang der Wohnung, heisst es in der PI. Eine solche Nachrüstung sei verhältnismässig und mache keine Gesamterneuerung des Heizsystems notwendig.

Zürrer begründete seine Forderung vor dem Kantonsparlament mit der Klimaveränderung. Ein grosser Teil der Klimaerwärmung werde durch den C2-Ausstoss von Heizungen verursacht. "Wir müssen deshalb alles tun, um das Problem in den Griff zu bekommen." Viele Leute seien jedoch nur über das Portemonnaie zu einem sparsameren Umgang mit fossilen Brennstoffen zu bewegen.

Unterstützung erhielt die Einzelinitiative von SP, Grünen, AL, GLP und EVP. "Wir haben das Anliegen schon bei der letzten Revision des Energiegesetzes eingebracht, sind aber gescheitert, sagte Robert Brunner (Grüne, Steinmaur). Beim Strom oder Trinkwasser sei die individuelle Abrechnung selbstverständlich, nur beim Heizen hapere es.

Olivier Hofmann (FDP, Hausen am Albis) sprach sich gegen einen Zwang aus. Gegen die Nachrüstung von Liegenschaften sei nichts einzuwenden. Die Eigentümer sollten die Zähler jedoch freiwillig installieren. Mit der vorläufigen Unterstützung der PI muss der Regierungsrat nun einen Bericht vorlegen.

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