Gefährdung von Patienten
78-jähriger Schönheitschirurg darf nicht mehr operieren

Die Zürcher Gesundheitsdirektion (GD) verbietet einem 78-jährigen Zürcher Schönheitschirurgen vorläufig Operationen durchzuführen. Die Vorwürfe an den Chirurgen liessen ernsthafte Gefährdungen von Patientinnen befürchten.

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Eine Patientin nach der Brustverkleinerung.

Eine Patientin nach der Brustverkleinerung.

screenshot SRF

Die Zürcher Gesundheitsdirektion (GD) bestätigte eine Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Freitag. Der durch verpfuschte Operationen bekannt gewordene Schönheitschirurg darf vorerst nicht mehr operieren. Das im Rahmen eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens verfügte "vorsorgliche Operationsverbot" gelte vorerst bis zur ersten Klärung der Vorwürfe, sagte GD-Sprecher Daniel Winter auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Abklärungen hätten ergeben, dass der Fall der jungen Frau, der am 21. Januar in der SRF-Sendung «Kassensturz» beschrieben wurde, kein Einzelfall sei. Die Vorwürfe liessen eine ernsthafte Gefährdung von Patientinnen befürchten.

Schon früher negativ aufgefallen

Bereits 2009 hatte die Gesundheitsdirektion dem Chirurgen die Berufsausübungsbewilligung nicht mehr erneuert. Das kantonale Verwaltungsgericht stiess den Entscheid jedoch wieder um. Es sei kein gewichtiges öffentliches Interesse an der Bewilligungsverweigerung ersichtlich, hielt es damals fest.

Peter Meyer-Fürst

Peter Meyer-Fürst

Screenshot SRF

Während ihrer Operation gab es einen Blutstau in der Brust, worauf die Brustwarzen der jungen Frau abstarben. Dirk Schaefer, plastischer Chirurg am Universitätsspital Basel bezeichnete die Arbeit von Dr. Peter Meyer-Fürst gegenüber «Kassensturz» als «eine eklatante Entstellung einer jungen Frau. Sie wird für ihr Leben lang davon gezeichnet sein».

Anwalt klagt Opfer an

Laut Meyer-Fürsts Anwalt Martin Rübel wurde der Fall im «Kassensturz» «völlig einseitig geschildert», wie er gegenüber dem «Tagesanzeiger» verlauten liess. Er hat die Frau nun wegen falscher Anschuldigung angezeigt. Ob er das vorläufige Operationsverbot anfechten wird, wisse er noch nicht. Meyer-Fürst habe selber beschlossen zu pausieren, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Das heisse aber nicht, dass er grundsätzlich aufhören wolle, so Rübel.

Mittlerweile haben sich bei «20Minuten» weitere Opfer gemeldet, die angeblich von Meyer-Fürst operiert worden sind. Auch bei ihnen hatte er Brüste, Lippen und Nase verunstaltet. Die Frauen hätten sich jeweils für viel Geld die Pfusch-Arbeiten von Meyer-Fürst wieder beheben lassen müssen. (ode/sda)