Young Women in Public Affairs Award
Zonta-Club verleiht Preis für engagierte junge Frauen

Leonie Gossner ist Preisträgerin des Young Women in Public Affairs Award. Bereits mit 10 Jahren spendete sie Geld für eine Hilfsorganisation. Mit dem Preis verändert sich für sie aber nicht viel: Leonie Gossner hilft fürs Leben gern.

Alfred Borter
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Leonie Gossner vor der Pädagogischen Hochschule Zürich, wo sie studiert. abr.

Leonie Gossner vor der Pädagogischen Hochschule Zürich, wo sie studiert. abr.

Auch dieses Jahr schreibt der Zonta-Club einen Förderpreis aus für junge Frauen, die Besonderes geleistet haben. Die letztjährige Preisträgerin, Leonie Gossner, gibt Auskunft, womit sie den Award errungen hat.

Als ein Tsunami am 26. Dezember 2004 die Küste von Indonesien verwüstete, da wollte Leonie Gossner etwas für die notleidende Bevölkerung tun. Sie malte Karten und verkaufte sie auf der Strasse. Das Geld spendete sie einer Hilfsorganisation. Da war sie zehn.

Und während der Mittelschule in Zürich Wiedikon betreute sie zusammen mit anderen Jugendlichen ein Projekt der Schweizer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit International Project Aid (IPA) im Norden von Albanien. «Das war ziemlich aufwendig», lacht sie, «aber auch lehrreich und schön.» Ausserdem engagierte sie sich in der Schülerorganisation an ihrem Gymnasium. 2012 erhielt sie vom Zonta-Club Zürich den Young Women in Public Affairs Award. Diese Anerkennung habe sie enorm gefreut, sagt sie heute. Um ihren Einsatz macht sie kein Aufheben: «Ich habe das alles ja gern getan.»

Vater als Vorbild

Sie ist, was die Hilfsbereitschaft und das grosse Herz für andere Leute angeht, gleichsam «erblich vorbelastet». Ihr Vater hat während mehrerer Jahre als Streetworker in Kalkutta gearbeitet. Und die Tochter erhielt schon in jungen Jahren Einblick in die Arbeit in Slums. «Das hat mir schon Eindruck gemacht, diese Armut», sagt sie.

Dasselbe gilt für Albanien. Hier half sie mit, dass eine Schule und eine Ambulanzstation in einem kleinen Bergdorf wieder instand gestellt werden konnten. Die jungen Leute arbeiteten unter Aufsicht der IPA-Verantwortlichen von A bis Z einen Projektbeschrieb aus, sie holten für die Instandstellungsarbeiten Offerten ein, sie befassten sich mit Kosten und Nutzen und betrieben ein aufwendiges Fundraising; am Ende kamen mehr als 120000 Franken zusammen. «Das machte uns schon ein bisschen stolz», sagt Leonie Gossner. Es sei so viel Geld gewesen, dass man auch noch eine Bibliothek habe unterstützen können.

Überwältigende Gastfreundschaft

Auf einer Albanienreise konnte sie sich überzeugen, dass die Hilfe etwas bewirkt hatte. Dank der Hilfe aus der Schweiz habe die Schule nicht geschlossen werden müssen, und die Gesundheitsstation ist wieder in Betrieb. Jetzt aber habe das Dorf wieder eine Überlebenschance. «Die Leute dort sind sehr dankbar.»

Dankbarkeit und vor allem eine überwältigende Gastfreundschaft hat sie auch an anderen Orten in Albanien kennen gelernt, wo sie auf ihrer Reise hinkam. Mit manchen Bekannten von damals habe sie heute noch Kontakt.

Als sehr positiv wertet sie auch den Kontakt zum Zonta-Club, der ihr den Preis zuerkannt hat. «Das sind ganz spannende Frauen, die dort tätig sind», meint sie. «Die Teilnahme am Preisausschreiben hat mir nur Gutes gebracht.»

Ausbildung im Vordergrund

Und jetzt, wo sie an der Pädagogischen Hochschule in Zürich die Ausbildung zur Primarlehrerin absolviert, engagiert sie sich nebenbei weiterhin in der Freiwilligenarbeit? Im Augenblick nicht, sagt sie, das Studium sei nämlich recht fordernd. Eben hat sie ein Praktikum an einer fünften Klasse in Mönchaltorf absolviert. Es sei zwar «extrem schön» gewesen, mit einer Klasse zu arbeiten, aber auch intensiv und anstrengend. Immerhin habe sie gesehen: «Das Unterrichten macht mir Spass.»

Kein Tag sei wie der andere, und das sei gut so. Sie kann sich gut vorstellen, dass sie nach Beendigung des Studiums in einem Drittweltland unterrichtet, bevor sie sich anschliessend in der Schweiz um eine Stelle bewirbt.

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