In den Fokus Ihres Gartenraums stellen Sie die Kornelkirsche. Was ist das für eine Pflanze?

Jennifer Schlundt: Die Kornelkirsche gehört zu den Hartriegeln und ist eine ökologisch sehr wertvolle Pflanze. Sie blüht jetzt schon, was vor allem die Wildbienen freut. Ich habe den Gartenraum so gestaltet, dass bewusst Pflanzen verwendet werden, die einen Nutzen für Tiere haben. Im Geäst der Kornelkirsche fühlen sich etwa Rotkehlchen und Haussperlinge sehr wohl. Aber nicht nur die Tiere profitieren von der Pflanze. Aus ihren roten Früchten lassen sich Gelees oder Säfte herstellen. Die Kornelkirsche vereint viele positive Faktoren und nützt so Mensch und Tier.

Was ist beim Pflanzen der Kornelkirsche zu beachten?

Man sollte wissen, welche Form man will. Es gibt die Kornelkirsche als Hecke, als freiwachsenden Strauch oder als Hochstamm. Ansonsten ist die Kornelkirsche sehr anspruchslos und hat auch kein Problem mit einer längeren Trockenperiode. Sie ist gewissermassen ein Klimagehölz.

Sind die Leute bezüglich Neophyten und heimischer Pflanzen sensibler geworden?

Ich denke schon. Die beiden Themen sind momentan sehr präsent und es gibt verschiedene Konzepte von Vereinen oder Städten dazu. Man merkt, dass der Bevölkerung viel mehr Wissen zur Verfügung steht und sie darum auch vermehrt darauf achtet. Wenn der Fokus in Zukunft auf den heimischen Pflanzen liegt und diese mehr gefragt sind, ist das super.

Spürt Ihr Gartenbauunternehmen auch etwas davon?

Es ist unterschiedlich. Wir haben den Vorteil, dass wir bei der Verwendung der Pflanzen mitentscheiden können. Sehr oft geben die Kunden nur die Rahmenbedingungen vor, etwa die Grösse oder die topografische Beschaffenheit des Gartens. Im Endeffekt haben wir es in der Hand, was wir ihnen vorschlagen. Wir versuchen, stets mit einheimischen Gehölzen und Stauden zu arbeiten.

Also tragen Gartenfirmen entscheidend dazu bei, dass auf Neophyten verzichtet wird?

Auf jeden Fall. Bei bestehenden Gärten gibt es aber auch Altlasten, die schwierig zu ersetzen sind. Da muss man Kompromisse eingehen. Wir können nicht immer alles komplett umgestalten und jeden Neophyten entsorgen, denn für die Kunden ist es schlussendlich eine Kostenfrage. Aber natürlich informieren wir über Pflanzen, die keinen ökologischen Wert haben. Wir versuchen von Anfang an, keine Neophyten zu verwenden und den Kunden Alternativen anzubieten.

Werden Sie diese Alternativen in Ihrem Gartenraum aufzeigen?

Genau. In unserem Garten zeigen wir eine klassische Gartensituation mit Elementen, die in vielen Gärten vorkommen. Das Ausschlaggebende ist die Verwendung von einheimischen Gehölzen, Stauden und Gräsern. Die Besucher sehen eine Kombination traditioneller baulicher Elemente und einheimischer Pflanzen. Es soll zeigen, dass auch ohne die Verwendung von Neophyten ein schöner Garten gestaltet werden kann.