Zürich

Weltweit das erste Mal: Mediziner behandeln gefährliche Herzrhythmusstörung mit neuer Methode

Die Mediziner behandelten den Patienten mit einem neuen MRI-Linac-Gerät, welches normalerweise zur Krebsbehandlung verwendet wird. (Symbolbild)

Die Mediziner behandelten den Patienten mit einem neuen MRI-Linac-Gerät, welches normalerweise zur Krebsbehandlung verwendet wird. (Symbolbild)

Mediziner am Universitätsspital Zürich haben einen Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen weltweit erstmals mit einer MRI-geführten Radioablation behandelt. Ursprünglich dient diese Technologie der Krebsbehandlung.

Die Behandlung fand mit einem neuen MRI-Linac-Gerät statt, wie das Universitätsspital am Donnerstag mitteilte. Dabei handelt es sich um einen Linearbeschleuniger zur Bestrahlung in Kombination mit Bildgebung durch Magnetresonanztomografie. Damit lässt sich vor und während der Bestrahlung das Ziel im Körper des Patienten kontrollieren und die Bestrahlung in Echtzeit steuern.

Bei dem nun behandelten Patienten wurde diese Technologie genutzt, um ein für wiederkehrende, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verantwortliches Areal des Herzmuskels zu bestrahlen. Vorherige Therapieversuche mit Medikamenten und mehreren minimal-invasiven und chirurgischen Katheterablationen waren erfolglos geblieben, schrieb das Unispital.

Die lebensgefährlichen Rhythmusstörungen konnten nun durch die Radioablation gestoppt werden. Der Patient sei inzwischen ohne Rhythmusstörungen nach Hause entlassen worden.

"Noch handelt es sich bei dieser Behandlung um ein experimentelles Verfahren, das gezielt in grösseren klinischen Studien auch in Bezug auf seine langfristige Wirksamkeit weiter untersucht werden muss", betonten Jan Steffel und Frank Ruschitzka vom Universitätsspital Zürich gemäss der Mitteilung. Zu diesem Zweck seien nationale und internationale Kooperationen geplant.

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