Die Gesamtzahl der betreuten Personen bei der Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel (Makasi) bleibt damit seit über fünf Jahren auf hohem Niveau, schreibt die FIZ in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht.

Allerdings sei die Unterstützung 2018 komplexer geworden, denn die Anzahl der Herkunftsländer habe sich von 35 auf 42 erhöht und es bestehe ein zunehmender Bedarf an Sprachkenntnissen.

Am meisten Betroffene kommen mit 14 Prozent aus Ungarn. Jeweils 8 Prozent der neuen Fälle stammen aus Nigeria und Rumänien, 7 Prozent aus Bulgarien.

Im Asylbereich klaffe eine Lücke im Opferschutz, kritisiert die FIZ. Es geben keine einheitlich definierten Prozesse und Abläufe für den Schutz von Menschenhandelsopfern. Und es gebe keine staatliche Finanzierung gemäss Opferhilfegesetz, wenn der Tatort nicht ermittelt werden könne oder nicht in der Schweiz liege.

Die FIZ hat daher das Projekt "Umfassender Schutz für Opfer von Menschenhandel im Asylbereich" aufgegleist. Dieses wird finanziert von der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und dem Katholischen Stadtverband Zürich.

Prostituierte beraten Kolleginnen

Stark angestiegen ist die Zahl der Beratungen von Migrantinnen und zwar auf 348 (Vorjahr: 299). Vor allem die Beratungen von Sexarbeiterinnen hat zugenommen, wie es im Jahresbericht heisst.

Zu diesem Anstieg beigetragen hat das Projekt "Stark mit Peers". Dabei informieren vier erfahrene Sexarbeiterinnen aus verschiedenen Herkunftsländern andere Prostituierte über Schutzmassnahmen gegen Straftaten sowie über Beratungs- und Unterstützungsangebote. Insgesamt haben die Peer-Mitarbeiterinnen 518 Gespräche geführt.

Die FIZ führt zwei Beratungsstellen: die Beratungsstelle für Migrantinnen und die spezialisierte Interventionsstelle Makasi für Betroffene von Frauenhandel. Die Fachstelle leistet zudem bildende und politische Arbeit. Insgesamt 25 Mitarbeiterinnen teilen sich knapp 1600 Stellenprozente.