Uhrenhändler

Wegen fehlender Preisetiketten gebüsst — er wollte Diebe nicht auf dumme Gedanken bringen

Aus Sicherheitsgründen waren die Uhren bisher nicht mit Preisen angeschrieben. (Themenbild)

Aus Sicherheitsgründen waren die Uhren bisher nicht mit Preisen angeschrieben. (Themenbild)

Die Zürcher FDP hat am Freitag den «Gaht's-no!-Priis» verliehen, den Preis für die absurdeste Bürokratie-Geschichte. Diese handelt von einem Uhrenhändler, der nach 30 Jahren plötzlich alle Produkte mit Preisen anschreiben muss - obwohl er sich vor Dieben fürchtet.

Der Uhrenladen auf der Rathausbrücke existiert seit 30 Jahren. Aus Sicherheitsgründen waren die Uhren bisher nicht mit Preisen angeschrieben. Doch nun kommt dem Betreiber die nationale Preisbekanntgabe-Verordnung in die Quere.

Die Wirtschaftspolizei habe ihm mitgeteilt, dass er die Uhren im Schaufenster mit Preisschildern versehen müsse. Tue er das nicht, werde er gebüsst. Der Betreiber weigert sich jedoch, weil er Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken bringen will. Wie die FDP schreibt, wurde der Uhrenhändler nun bereits gebüsst.

Zu kleine Parkkarte

Die Partei nahm noch zwei weitere Bürokratie-Geschichten in die engere Auswahl für den Schmähpreis. Die eine handelt von einem Winterthurer Wirt, der keine zusätzlichen Bistrotische aufstellen darf - obwohl Nachbarn und Konkurrenten nichts dagegen hätten.

In der anderen geht es um einen Autofahrer, dessen blaue Parkkarte einen Zentimeter zu schmal und drei Zentimeter zu wenig hoch war. Dies brockte ihm eine Busse von 40 Franken ein, weil er gegen die eidgenössische Signalisationsverordnung verstiess.

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