Corona-Virus

Vorläufig bleibt Walter Jucker (SP) höchster Schlieremer

Walter Jucker (SP) bleibt: Erstmals in der 46-jährigen Geschichte des Schlieremer Gemeindeparlaments wird ein Präsident sein Amt länger als ein Jahr ausführen.

Walter Jucker (SP) bleibt: Erstmals in der 46-jährigen Geschichte des Schlieremer Gemeindeparlaments wird ein Präsident sein Amt länger als ein Jahr ausführen.

Premiere in den 46-jährigen Geschichte des Stadtparlaments: Wegen der Corona-Krise wählt das Parlament vorerst kein neues Präsidium.

Am 6. April hätte Sasa Stajic vom Gemeindeparlament zum höchsten Schlieremer gewählt werden sollen. Aus der Wahl des Freisinnigen, der aktuell erster Vize im Rat ist, wird jedoch nichts. Wie gestern bekannt wurde befolgt auch das Schlieremer Parlament das vom Bundesrat verhängte Verbot für Veranstaltungen und sagt die Sitzung ab. «Die Sicherheit hat in einer solchen Situation allerhöchste Priorität», sagt Walter Jucker. Der Sozialdemokrat, der das Amt des Gemeinderatspräsidenten seit einem Jahr bekleidet, wird dieses auf unbestimmte Zeit weiterhin ausführen.

Nicht nur das Gemeindeparlament, sondern auch die Geschäftsprüfungskommission, die Rechnungsprüfungskommission, die Spezialkommission zum Thema kommunaler Richtplan Siedlung und Landschaft sowie das Büro des Gemeindeparlamentes werden sämtliche Sitzungen nicht durchführen. Laut Jucker handelt es sich dabei um etwa eine Sitzung pro Kommission, die bis zum 19. April hätte durchgeführt werden sollen. Dann endet voraussichtlich das Veranstaltungsverbot. Wie es danach weitergeht, ist jedoch offen. Bei einer Verlängerung des Verbots würden noch mehr Termine ausfallen.

Stadtrat trifft sich neu wöchentlich

Anders sieht es beim Stadtrat aus. Wie Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) auf Anfrage sagt, trifft sich die Exekutive neu jeden Mittwochvormittag. Normalerweise finden die Stadtratssitzungen alle zwei Wochen statt. «In dieser ausserordentlichen Situation muss sich der Stadtrat rasch und unkompliziert absprechen und Entscheide fällen können», so Bärtschiger. Zudem würden auch die regulären Geschäfte, die nichts mit dem Corona-Virus zu tun haben, weitergeführt.

Für Jucker heisst dies, er bleibt der höchste Schlieremer, bi

s das Parlament wieder tagen und seine Nachfolge wählen kann. Seine Aufgaben bleiben dieselben. Neben der Führung des Büros des Gemeindeparlaments ist er nämlich damit betraut, Geschäfte, die der Stadtrat verabschiedet hat, den jeweiligen Kommissionen zuzuteilen. «Dies lässt sich alles via Mail erledigen. Zudem bleibt ohnehin fraglich, wie viele Geschäfte in solchen Ausnahmezeiten erledigt werden können», so Jucker.

Jucker: «Wir müssen nun zusammenstehen»

Jucker wird dadurch zum Gemeinderatspräsidenten, der sein Amt am längsten ausführte. Wie der ehemalige Gemeinde- und später Stadtschreiber von Schlieren, Peter Hubmann, auf Anfrage sagt, sei ihm kein vergleichbares Ereignis bekannt. 1974 löste der Parlamentsbetrieb die bis dahin durchgeführten Gemeindeversammlungen ab.

Was löst es in Jucker aus, dass er in die Geschichte der Stadt eingehen wird? «Es wäre mir viel lieber, wenn der Corona-Virus nicht wüten und mein Nachfolger regulär gewählt werden könnte. Ich freue mich darauf, wenn der Parlamentsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.»
An die Schlieremerinnen und Schlieremer hat er einen einfachen Appell. «Befolgt die Anweisungen des Bundesamtes für Gesundheit. Wir müssen nun zusammenstehen und Solidarität zeigen», sagt er. Von zahlreichen seiner Kollegen und Kolleginnen aus dem Parlament weiss er, dass sie auf einen Home-Office-Betrieb umgestiegen sind.

Auch Stajic arbeitet im Home Office. Er sei zwar darauf vorbereitet gewesen, das höchste Amt der Stadt am 6. April zu übernehmen, dass sich das ganze nun verzögere, sei für ihn kein Problem. «Nun geht es erst darum, diesen Virus in den Griff zu bekommen. Ich persönlich meide die Öffentlichkeit und empfehle allen, dies ebenfalls zu tun», sagt er auf Anfrage.

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