Aesch

Von links bis rechts ist alles dabei: Aesch wählt endlich einen Ersatz für Max Holliger

Die Nachfolge von Max Holliger (im Bild) kann endlich geregelt werden. (Archivbild)

Die Nachfolge von Max Holliger (im Bild) kann endlich geregelt werden. (Archivbild)

Am 12. Juli finden nach den Wirren der Coronakrise die Ersatzwahl für Gemeinderat Max Holliger (FDP) statt.

Eigentlich wäre alles bereit gewesen für die Ersatzwahl des Aescher Hochbau- und Liegenschaftenvorstandes Max Holliger (FDP). Die Wahl hätte am 17. Mai stattfinden sollen. Doch dann kam mit dem Ausbruch des Virus alles anders. Durch die Beschränkungen waren plötzlich keine politischen Events, wie Podien oder Standaktionen, mehr möglich. Eine Wahl wäre unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen weiterhin möglich gewesen. Die Gemeinde verschob die Wahl trotzdem. Grund dafür war laut Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum), dass die Wählerinnen und Wähler die Kandidaten gar nicht hätten kennen lernen können.

Stark verbessert hat sich die Situation auch jetzt nicht. Veranstaltungen sind nur unter Einschränkungen möglich. Alle Kandidaten finden es schade, dass sie mit ihren Wählern nach wie vor keinen richtigen Dialog führen konnten. Für das Amt des Hochbauvorstandes haben sich drei Kandidaten beworben.

Von links bis rechts ist alles dabei

Einer der Kandidaten ist André Guyer. Der 1957 geborene IT-Unternehmer lebt seit 30 Jahren in Aesch, ist CEO eines Start-ups und Mitglied der FDP-Ortspartei. Die Aufgabe als Gemeinderat wäre nicht sein erstes Amt. Er ist bereits Mitglied der Aescher Kulturkommission. Guyer möchte der Gemeinde etwas zurückgeben: «Früher war ich oft im Ausland, aber jetzt bin ich wieder öfter in Aesch und möchte mich engagieren.» Guyer will die Erneuerungen im Kabelnetzbau vorantreiben. Durch seine Erfahrung aus der IT-Branche wisse er, wie wichtig die Infrastruktur sei. Auch wenn er keine Erfahrung mit der Baubranche habe, so denke er, dass er es sich als ­Mathematiker gewohnt sei, sich schnell in komplexe Themen einzuarbeiten.

André Guyer (FDP)

André Guyer (FDP)

Guyer ist kein Freund von starkem Wachstum in Aesch: «Die Gemeinde muss qualitativ wachsen, nicht quantitativ. Es ist wichtig, dass wir Be­währtes behalten. In gewissen Bereichen, wie in der Kultur, braucht es aber auch frischen Wind.» Ihm ist es ein An- liegen, dass in Aesch Landwirtschaftszonen geschützt werden. Am besten gefällt dem 63-­Jährigen, dass Aesch pragmatisch sei: «Wir sind schon ­immer bodenständig gewesen und haben mit Augenmass gewirtschaftet.»

Ein weiterer Kandidat für das Amt ist der 62-jährige Hansruedi Keller. Er wohnt seit 49 Jahren in Aesch und ist Besitzer einer Kommunikationsfirma. Im Hinblick auf das 900-jährige Jubiläums Aeschs 2024 sieht er seine Chance, für das Gemeinwohl tätig zu sein. Keller ist Mitglied der Grünen und wäre, sollte die Wahl auf ihn fallen, laut eigenen Angaben der erste grüne Gemeinderat von Aesch. «Ich möchte zusammen mit mei- ner Kommunikationserfahrung einen frischen Wind ins bürgerlich-konservativ geprägte Gemeindehaus bringen», sagt Keller. Er will die Arbeit von Max Holliger fortsetzen.

Kunert Karsten (parteilos)

Kunert Karsten (parteilos)

Diese beinhaltet unter anderem den Ersatz des Mehrzweckgebäudes und die Förderung der Dorfkultur: «Die Dorfkultur ist wichtig, vor allem in Bezug auf das Jubiläum.» In seinen Augen ist Aesch eine kleine Schweiz. Von der Nähe zu Zürich und den durchschnittlich hohen Einkommen habe Aesch profitieren können. Da die Gemeinde in den letzten Jahren sehr stark gewachsen ist, ist es für Keller von Bedeutung, dass man dies bei politischer Arbeit berücksichtigt: «Durch das Wachstum der letzten Jahre gab es eine gewisse Polarisierung bezüglich der Wertehaltung.»

Hansruedi Keller (Grüne)

Hansruedi Keller (Grüne)

Karsten Kunert stellt sich ebenso zur Wahl. Der gebürtige Deutsche wohnt seit 22 Jahren in Aesch und ist in der Geschäftsleitung einer Bank tätig. Kunert ist parteilos: «Ich habe meine eigene Meinung und möchte gerne unabhängig bleiben. Ich identifiziere mich mit der Mitte.» Seine Motivation für die Kandidatur ist, dass ihm die Entwicklung von Aesch am Herzen liegt und er seine Impulse für die Entwicklung des Dorfes setzen will. Ihm ist es wichtig, dass es künftig nicht ein «Neu»- und ein «Alt»-Aesch geben wird. Das Einzonen von neuem Bauland sieht Kunert kritisch: «Bevor gebaut wird, müssen wir das genau analysieren und planen.» Die grössten Herausforderungen für Aesch sieht der 55-Jährige in der Infrastruktur der Gemeinde: «Wegen der Neuzuzüger brauchen wir eine besser ausgebaute Infrastruktur.» Da die Coronakrise Steuerausfälle verursachen könne, müsse man zudem schauen, wie man die Finanzen der Gemeinde weiter regle, erklärt er weiter. Er eigne sich aufgrund seiner Führungserfahrung für das Amt. Zudem wisse er, wie man sich in andere Menschen hineindenke und mit ihnen arbeite. «Aesch zeichnet sich durch die vielen Begegnungsmöglichkeiten aus, die die Gemeinde für die Bewohner bietet», findet Kunert. Im Allgemeinen schätze er die freundliche Atmosphäre im Dorf sehr.

Nur eine Person im ­Wahllokal zugelassen

Die Wahl findet nächsten Sonntag, 12. Juli, statt. Bis dann haben die Aescherinnen und Aescher noch Zeit zum Wählen. So kann am Sonntag bis um 10.30 Uhr gewählt werden. Bis dann können die Wählerinnen und Wähler die Wahl­couverts auch noch beim Briefkasten des Gemeindehauses einwerfen. Im Wahllokal ist wegen den Schutzmassnahmen jeweils nur eine Person zugelassen. Je nach Wetter wird die Gemeinde die Wahl-Urne draussen aufstellen, um die Schutzmassnahmen besser einzuhalten.

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