Hallenfussball

Vom FC Basel bis zum FC Schlieren – die Kinder kommen in Scharen an den Bellini-Cup

Grosser Einsatz: Schlieren (mit grünen Überziehern im Spiel gegen Albisrieden.

Der Bellini-Cup in Schlieren war dieses Jahr schon seit August ausgebucht. Über 100 Mannschaften haben sich dieses Jahr angemeldet.

Eigentlich sind die Fussballstars weit weg an diesem Samstagabend. In der Sporthalle Unterrohr in Schlieren spielen Kinder beim Bellini-Cup um Trophäen, das zweite Wochenende in Folge. Doch der Nachwuchs hat sich bei seinen Idolen einiges abgeschaut. Das beweist zum Beispiel die Partie zwischen Oetwil-Geroldswil und Wohlen Waltenschwil in der Kategorie D,
2. Stärkeklasse, der Junioren. Gerade sind die Limmattaler mit 1:0 in Führung gegangen, da imitiert der Torschütze den berühmten Torjubel von Cristiano Ronaldo: in die Luft springen, sich drehen und mit gespreizten Beinen auf dem Boden landen. Und als wären die Parallelen nicht schon deutlich genug, trägt er auch noch die gleiche Nummer auf dem Trikot wie der portugiesische Superstar, nämlich die Sieben. Und er erzielt wenig später sein zweites Tor in dieser Partie, am Ende gewinnen die Limmattaler ihr erstes Gruppenspiel sicher mit 3:0.

108 Mannschaften haben sich für den diesjährigen Bellini-Cup angemeldet, jede Kategorie des Hallenfussballturniers ist voll. Dies im Gegensatz zum letzten Jahr, als es noch offene Plätze gab und man Kategorien teilweise zusammenlegen musste. «Seit dem 8. August vergangenen Jahres ist das Turnier ausgebucht», sagt Dani Kneubühl, Leiter des Organisationskomitees. «Wir haben den Bellini-Cup allerdings auch schon Ende Februar ausgeschrieben.» Eben, um zu vermeiden, dass wie letztes Jahr Lücken entstehen, aber auch, um den Einsatz jener zu planen, die am Turnier mithelfen. «Wir haben zwischen 120 und 140 Helferinnen und Helfer, und diese müssen ja eingeteilt werden», so Kneubühl. Da seien von Spielerinnen und Spielern bis zum Vorstand alle vertreten, die zum FC Schlieren, dem Veranstalter, gehören.

Nur noch Teams aus der Schweiz

Die über 100 Mannschaften melden sich jeweils selber an, auch diejenigen, die von grossen Vereinen wie dem FC Basel, GC oder dem FC Zürich stammen. «Sie haben ein Interesse daran, an verschiedenen Turnieren teilzunehmen», sagt Kneubühl. Vor zwei waren auch Clubs wie die AC Milan in der Kategorie U12 und U13 mit je zwei Teams vertreten, doch die Italiener hatten in beiden Kategorien überraschenderweise keine Chance. Offenbar entsprachen die Teams nicht den jeweiligen Kategorien, in denen sie angemeldet waren. Deshalb, so Kneubühl, lasse man nur noch Mannschaften zu, die man in der Meisterschaft auch mitverfolgen könne, sprich: die aus der Schweiz kommen.

Kein Thema mehr ist auch die Wiederaufnahme der B-Kategorie, die im letzten Jahr kurzfristig einberufen wurde. Dagegen will Kneubühl weiterhin auf die Kategorien der Mädchen setzen. Momentan können die Jungfussballerinnen in den Kategorien B, C und D teilnehmen.
Und die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz. «Die Mädchen sind sehr ordentlich und hinterlassen die Garderobe sauber», sagt Kneubühl, der beim FC Schlieren die Juniorinnenabteilung leitet. Bei den Knaben müsse man teilweise nachher aufräumen. Und auch der Ehrgeiz sei bei den Mädchen nicht so deutlich ausgeprägt: «Sie sind sehr kollegial. Man spürt: Sie wollen einfach Fussball spielen.»

Daher denken die Organisatoren für 2020 über eine Aufstockung der Mädchenkategorien nach. «Eventuell gibt es im nächsten Jahr eine Kategorie Girl Soccer School», sagt Kneubühl. Ebenso ein Thema ist die Ausweitung der Kategorien bei den Jüngeren. «Allenfalls bauen wir die Kategorie F aus», so Kneubühl.

Fest steht, dass es den Bellini-Cup auch nächstes Jahr geben wird – trotz der Konkurrenz im Limmattal mit dem Bolliger-Cup und dem Hallenturnier des FC Urdorf, das zeitgleich stattfindet. «Ich mache mir keine Sorgen um den Bellini-Cup», sagt Kneubühl. «Ich glaube, wir haben einen guten Namen. Wir wollen einfach konstant Qualität bringen.»

Qualität, die Kneubühls Verein an diesem Samstag zumindest sportlich nicht leisten kann. In der Kategorie D, Elite und 1. Stärkeklasse, belegen die Schlieremer den Schlussrang. Dasselbe Schicksal ereilt sie abends in der Kategorie D, 2. Stärkeklasse. Dennoch kann das Limmattal jubeln. Oetwil-Geroldswil kann sich am späten Abend im Final gegen Republika Srpska mit 1:0 durchsetzen.

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