Uitikon

Viel Drama in der Komödie: Premiere für «Mord on Backstage» auf der Waldegg-Bühne Uitikon

In «Mord on Backstage» geraten die Proben eines Amateurtheaters ausser Kontrolle.

In «Mord on Backstage» geraten die Proben eines Amateurtheaters ausser Kontrolle.

Die Waldegg-Bühne Uitikon führte am Samstag erstmals die Komödie «Mord on Backstage» auf. Trotz dem Corona-Virus hatten sich letzten Samstag zahlreiche, grösstenteils ältere Zuschauer im Üdiker-Huus eingefunden. Das Publikum reagierte positiv auf das Stück, welches im alten England spielt.

«Guten Abend miteinander. Am liebsten gäbe ich allen die Hand», begrüsste Dominic Steigmeier das Publikum, schon in der Rolle des fiktiven Regisseurs Kevin Feinstaub. Das Corona-Virus ist auch in Uitikon ein Thema. So hatte die Waldegg-Bühne auf ihrer Website vor der Premiere des Stücks «Mord on Backstage» einige Informationen aufgeschaltet. Sie empfiehlt Über-65-Jährigen und ­anderen vom Virus besonders gefährdeten Personen, die Aufführung nicht zu besuchen. «Nur wenige der zirka 130 Leute mit einer Online-Reservation haben storniert», wie Alfred Wismer, Präsident des Vereins Waldegg-Bühne Uitikon, sagte.

An der Abendkasse wurden dann weitere Tickets verkauft. «Wir haben die Namen aller Leute, die an der Premiere dabei sind. So könnten wir sie jederzeit kontaktieren», so Wismer. Das Stück habe man jetzt aufführen wollen, weil das Üdiker-Huus später für andere Veranstaltungen genutzt werde.

Die Waldegg-Bühne spielt ein Amateurtheater

In der Komödie «Mord on Backstage» von Claudia Gysel übt ein Amateurtheater für ein anspruchsvolles Stück, das von ­seinem Regisseur Kevin Feinstaub geschrieben wurde. Sein Drama spielt im alten England, weshalb die Dialoge in komisch-komplizierter Sprache verfasst und mit schwierig auszusprechenden Namen von Lords und Ladys gespickt sind.

Die Schauspieler können mit dem Stück nichts anfangen und werden von den pingeligen Anweisungen des sich selbst überschätzenden Regisseurs zur Weissglut getrieben. Auch abseits der Bühne gestalten sich die Beziehungen zwischen Schauspielerinnen und Schauspielern keinesfalls harmonisch. Als der Regisseur kurz vor der Premiere fast umgebracht wird, reisst sich die Gruppe zusammen und führt das Stück trotz ständiger Pannen mit Erfolg auf.

«Mord on Backstage» spielt an zwei Orten. Zum einen in einer Garderobe, in der die Schauspieler miteinander zanken und gegen Ende von einem Ermittler befragt werden. Zum anderen auf der eigentlichen Bühne, wo mit dem Regisseur diskutiert und sein Stück aufgeführt wird.

Das Schauspiel wechselt ständig zwischen den beiden Orten

Deshalb war die Bühne im grossen Saal des Üdiker-Huus in zwei Szenenbilder aufgeteilt. Wechselten der Ort und die im Fokus stehenden Schauspieler nach einer Szene, erstarrten die Schauspieler in der anderen Szenerie oder gingen weiter einer Tätigkeit nach, jedoch ohne zu sprechen.

Weil die Theatergruppe elf Leute umfasst, aber nur zehn Rollen zu vergeben waren, hat Maier die Figur des Hauswarts des Üdiker-Huus ins Stück reingeschrieben. Mit den Proben begann das Amateurtheater im letzten November. Maier zeigte sich nach der Premiere zufrieden: «Die Gruppe hat ihre Rollen sehr genau umgesetzt.»

Auch das Publikum war vom Schauspiel angetan. Die bissigen Dialoge brachten die Zuschauer immer wieder zum Lachen. Nach einigen besonders amüsanten Szenen gab es zudem Zwischenapplaus. Irene Zengaffinen aus Urdorf besucht die Aufführungen der Waldegg-Bühne jedes Jahr: «Ich fand es wirklich gut. Man konnte viel lachen und alles rundherum für einen Moment vergessen.»

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