Dietikon
Unterirdisch nach Silbern: Machbarkeitsstudie leuchtet den Untergrund aus

Der Stadtrat will wissen, was eine Verlängerung der BD-Bahn ins Industriegebiet Silbern bringt und was sie kostet. Erste Resultate werden diesen Frühling erwartet.

Sandro Zimmerli
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Bei einer unterirdischen Verlängerung der BD-Bahn ins Industriegebiet Silbern wäre der Bahnhof Dietikon nicht mehr Endhaltestelle. mts

Bei einer unterirdischen Verlängerung der BD-Bahn ins Industriegebiet Silbern wäre der Bahnhof Dietikon nicht mehr Endhaltestelle. mts

Bequem mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn bis zum Coop Silbern fahren und das erst noch unterirdisch. Ist das überhaupt möglich? Der Dietiker Stadtrat will es genau wissen und hat deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, herauszufinden, ob eine Verlängerung der BD-Bahn vom Bahnhof Dietikon ins nahe gelegene Industriequartier technisch überhaupt realisierbar ist und was dies kosten würde.

Resultate im Laufe des Frühlings

«Wir halten die Idee für prüfenswert», sagt Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage. Es sei ein interessanter verkehrstechnischer Ansatz. «Wir wollen deshalb wissen, welchen Nutzen eine solche unterirdische Bahnlinie der Stadt bringt und vor allem was das kosten würde», so Müller. Wo die BD-Bahn in den Untergrund gehen würde und welche Linienführung dabei infrage komme, sei Gegenstand der Machbarkeitsstudie. Die Resultate seien im Laufe des Frühlings zu erwarten.

Auslöser, die Idee einer unterirdischen Verlängerung der BD-Bahn zu prüfen, ist ein Postulat von SVP-Gemeinderat Ralph Hofer vom März 2012. Darin forderte er den Stadtrat auf, sich beim Kanton und beim Bund für eine räumliche Trennung der BD-Bahn, der Limmattalbahn und des motorisierten Individualverkehrs im Bereich Kirchplatz starkzumachen. Der Fokus sollte dabei vor allem auf eine Untertunnelung der BD-Bahn im Bereich Kirchplatz gelegt werden. Zudem schlug Hofer vor, dass die Bahn auf oder unter der Bernstrasse und der Birmensdorferstrasse bis zum Bahnhof Glanzenberg geführt wird. Als weitere Option ersuchte er den Stadtrat, die grundsätzliche Machbarkeit einer unterirdischen Verlängerung der BD-Bahn ins Industriequartier durch unabhängige Sachverständige prüfen zu lassen.

Keine Alternative zu S-Bahn-Station

Klar sei jedoch, dass es sich bei einer möglichen Verlängerung der BD-Bahn keinesfalls um eine Alternativlösung für die von der Stadt geforderte S-Bahn-Station Silbern handle, hält Müller fest. «Eine BD-Bahn-Linie ins Industriequartier Silbern wäre ein innerstädtisches Verkehrsprojekt. Es würde in erster Linie wohl der Entlastung des Busbetriebes dienen», sagt der Stadtpräsident. Die S-Bahn-Station sei nicht nur ein städtisches Projekt, sondern habe zumindest kantonale Bedeutung als Verbindung zwischen Baden und Zürich. «Die
S-Bahn-Station ist im Entwurf zum kantonalen Richtplan eingetragen. Bei der BD-Bahn-Verlängerung wollen wir überhaupt erst herausfinden, ob sie machbar ist», so Müller.

Die Idee einer unterirdischen Führung der Bahn zumindest durchs Zentrum ist nicht neu. Im April 2008 reichte der damalige CVP-Gemeinderat Josef Wiederkehr ein Postulat ein, das den Stadtrat aufforderte, zu prüfen, in welchen Bereichen die BD-Bahn sowie auch die Limmattalbahn unterirdisch geführt werden könnten, um sicherzustellen, «dass die Lebensqualität in Dietikon nicht unter dem zusätzlichen Bahnverkehr leidet». Der Stadtrat erklärte daraufhin, dass eine Tieflage der BD-Bahn direkt unter der Bremgartnerstrasse technisch machbar wäre. Er verwies auf eine Studie aus dem Jahr 2001, die für den 1,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bernstrasse und Kirchplatz Kosten von rund 160 Millionen Franken ausweist. Bei einer unterirdischen Verlängerung bis zur Überlandstrasse würde das Ganze gar 200 Millionen Franken kosten. Jedoch würden «erhebliche Gründe» wie Benutzerfreundlichkeit und Eingriffe ins Stadtbild gegen die unterirdische Linienführung sprechen, schrieb der Stadtrat damals.

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