Wer zuletzt lacht...

Unser Kolumnist erzählt, weshalb bald Wölfe durchs Limmattal streifen könnten

Im achten Teil seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...» spekuliert Martin von Aesch, bald Wölfe durch Zürich streifen (hier ein Exemplar im Wildnispark Zürich)

Im achten Teil seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...» spekuliert Martin von Aesch, bald Wölfe durch Zürich streifen (hier ein Exemplar im Wildnispark Zürich)

Seit das Coronavirus die Menschen in die eigenen vier Wände zwingt, sind viele Städte wie ausgestorben. Das lockt viele wilde Tiere an, die sich ihr Territorium zurückerobern.

Es stimmt schon: Wir Menschen haben uns auf der Welt ganz schön breitgemacht. Wir haben mehr oder weniger alles unseren Interessen unterworfen, um möglichst viel und vor allem ungestört produzieren zu können. Nur eben, dies funktioniert nicht vom Homeoffice aus. Was bedeutet, dass wir in der Krise dieser Tage die Natur sich selber überlassen müssen.

Weil viele Menschen das Haus nicht mehr verlassen, weil zurzeit beinahe niemand mehr reist, weil nur noch zur Arbeit geht, wer es auch wirklich muss, zum Beispiel, weil ein systemrelevanter Beruf ausgeübt wird, passieren Dinge, die niemand für möglich gehalten hätte. Oder hätten Sie gedacht, dass die Luftverschmutzung in China innert kurzer Zeit auf ein erträgliches Mass zurückgeht? Hätten Sie vorausgesagt, dass der Grund des Canale Grande in Venedig wieder einmal zu sehen ist und dass anstelle von Booten nun Schwäne durch die Stadt kurven? Es geschieht echt Erstaunliches. So wurden in den Häfen von Triest und Cagliari Delfine gesichtet, was das letzte Mal vor 60 Jahren der Fall war. Mitten durch Barcelona ziehen ganze Wildschweinrotten. Und durch Santiago de Chile bummelte ein ausgewachsener Puma.

Wunderbar! Wobei das mit den Delfinen gefährlich enden könnte, weil alle sich zum Hafen begeben, um dem Naturspektakel beizuwohnen. Das wäre dann das Ende des empfohlenen Abstandes.
Coronamässig vollkommen perfekt hingegen sind die Meldungen mit den Wildschweinen und dem Puma. Denn wer traut sich noch vor die Tür, wenn solche Gefahren drohen? Doch vielleicht sind das ja nur Fakenews, die von der jeweiligen Regierung in Umlauf gebracht wurden, um die Menschen vom Ausgang abzuhalten.

Aber halt! Wäre dies nicht auch eine Idee für die Schweiz? Wenn Bundesrat Alain Berset wieder einmal mit unserem Verhalten nicht ganz zufrieden ist, könnte er die Nachricht verbreiten lassen, ein hungriges Rudel Wölfe aus dem Calandagebiet sei in Zürich gesichtet worden und fresse sich nun durch alle grösseren Städte der Schweiz. Dann würde wohl definitiv Ruhe herrschen.

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

Martin von Aesch

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

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