Zürich

Trotz weniger Flüchtlinge soll in Rümlang ein neues Asylzentrum entstehen

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist so tief wie seit langem nicht mehr.  (Themenbild)

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist so tief wie seit langem nicht mehr. (Themenbild)

Wegen tiefer Asylzahlen werden in der Schweiz drei Zentren stillgelegt. In Rümlang (Gemeinde in Dielsdorf) soll dennoch ein neues entstehen.

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist so tief wie seit langem nicht mehr. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2015 mit 39'523 Asylgesuchen sinkt die Zahl stetig: 2018 gingen noch 15'255 Gesuche ein, gut 15 Prozent weniger als im Jahr davor. Dies entspricht dem tiefsten Stand seit elf Jahren. Aus diesem Grund hat der Bund verschiedene kostensparende Massnahmen eingeleitet: Mitte September kommunizierte er, dass die Bundesasylzentren (BAZ) in den Gemeinden Kappelen BE und Muttenz BL vorläufig stillgelegt werden. Davor legte er – wegen Unterbelegung – auch das besondere Asylzentrum für renitente Asylsuchende in Les Verrières NE still.

Das BAZ auf dem Zürcher Duttweiler-Areal, das diesen Oktober in Betrieb genommen wird, wird mit vorerst 216 Plätzen betrieben statt mit den zur Verfügung stehenden 360. Und in Embrach, wo 240 (bald 360) Plätze bereitstehen, wird die Zahl «bis auf weiteres» auf 108 verkleinert.

Vieles deutet derzeit also eher darauf hin, dass die Zentren zu grosse Kapazitäten aufweisen. Trotzdem soll sich an den Plänen für das BAZ in Rümlang nichts ändern. Dort soll das Camp Haselbach am Waldrand westlich der Gemeinde zu einem Zentrum mit 150 Plätzen umgebaut und im Jahr 2023 in Betrieb genommen werden.

Bereit sein für zukünftige Schwankungen

«Bund und Kantone hatten sich 2014 an der nationalen Asylkonferenz darauf geeinigt, dass der Bund ab Inkrafttreten des neuen Asylgesetzes 5000 Unterbringungsplätze in seinen Bundesasylzentren zur Umsetzung der beschleunigten Verfahren betreibt», teilt das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage mit. «An dieser langfristigen Planung halten Bund und Kantone fest, um sicherzustellen, dass der Bund auf Schwankungen der Asylgesuchszahlen gut reagieren kann. Das BAZ Rümlang ist Teil dieser Planung und entsprechend ändert sich nichts an den Vorbereitungen für diesen Standort.»

«Nur dann erstellen, wenn der Bedarf vorhanden ist»

Giorgio Ciroli, Gemeindeschreiber von Rümlang, sagt, dass die Gemeinde mit dem Kanton und dem SEM eine Vereinbarung bezüglich des BAZ unterzeichnet habe. «Uns liegen keine Informationen über den weiteren Ablauf vor. Der Gemeinderat ist deshalb darauf eingestellt, dass der Bund am Stand- ort Rümlang ein Ausreisezentrum erstellen wird.»

Einstweilen sehe der Gemeinderat keinen Anlass, von geänderten Plänen auszugehen. «Aufgrund der hohen Investition für den Bau eines Bundesasylzentrums gehen wir davon aus, dass dieses nur dann erstellt wird, wenn der Bedarf entsprechend vorhanden ist.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1