Bergdietikon

Trotz neuerlicher Aufsichtsanzeige: Hintermatt geht in die Planauflage

So könnte das Alterszentrum Hintermatt dereinst aussehen. (Archivbild)

So könnte das Alterszentrum Hintermatt dereinst aussehen. (Archivbild)

Angesichts der ersten Reaktionen sieht der Gemeinderat sein redimensioniertes Alters- und Pflegezentrum auf gutem Weg. Eine Anzeige bremst ihn nicht.

In der Hintermatt will der Bergdietiker Gemeinderat seit langem den Bau eines Alters- und Pflegezentrums ermöglichen: Im März stellte er ein Projekt vor, das im Vergleich zu einer früheren, umstrittenen Vorlage verkleinert wurde.

Die Entwürfe zum Gestaltungsplan Hintermatt lagen einen Monat lang zur öffentlichen Mitwirkung auf. Der Gemeinderat führte auch drei Sprechstunden durch, die rege genutzt wurden. Die Auswertung des nun abgeschlossenen Mitwirkungsverfahrens fällt gemäss Gemeinderat positiv aus: Es seien insgesamt lediglich vier Eingaben eingereicht worden, teilte er gestern mit. Diese Eingaben würden auf die geplante Entsorgungsstelle, die öffentlichen Parkplätze sowie die Garten- und Umgebungsgestaltung Bezug nehmen.

Dass lediglich vier Eingaben zu verzeichnen waren, stuft der Gemeinderat als Erfolg ein. «Dies zeigt, dass die Bevölkerung hinter dem redimensionierten Projekt steht und dieses unterstützt.» Bei der ersten Auflage im Jahr 2014 seien noch 194 Eingaben registriert worden. Damals sei insbesondere die Grösse des Projekts umstritten gewesen. «Die im damaligen Verfahren an den Gemeinderat gerichteten Kritikpunkte konnten ausgeräumt und korrigiert werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Ab Dienstag liegen Pläne auf

Der Gemeinderat unternimmt nun den nächsten Planungsschritt: Er legt den Gestaltungsplan ab kommendem Dienstag, 11. Juni, während 30 Tagen öffentlich auf. Während dieser Zeit können Betroffene, die ein schutzwürdiges eigenes Interesse geltend machen, Einwendungen gegen den Gestaltungsplan erheben. Die Unterlagen liegen während den ordentlichen Bürozeiten auf der Verwaltung auf. Sie werden auch auf der Internetseite der Gemeinde Bergdietikon unter der Rubrik «Aktuelle Themen» aufgeschaltet.

Auch wenn während des abgeschlossenen Mitwirkungsprozesses nur vier Eingaben verzeichnet wurden, geht das Alterszentrumsprojekt auch dieses Mal nicht oppositionslos über die Bühne: In der Zwischenzeit ist erneut eine Aufsichtsanzeige gegen den Gemeinderat beim Aargauer Departement Volkswirtschaft und Inneres eingegangen. Diese richtet sich gegen den Vorvertrag zum Verkauf der Hintermatt-Parzelle, den der Gemeinderat mit der Oase Holding AG abgeschlossen hat.

Hier auf der Hintermatt im Bergdietiker Ortsteil Kindhausen soll das neue Alterszentrum entstehen. Gegen den Vorvertrag zum Verkauf der Parzelle ist eine Aufsichtsanzeige eingegangen, die jedoch keine Auswirkungen auf die öffentliche Auflage hat. (Archivbild)

Hier auf der Hintermatt im Bergdietiker Ortsteil Kindhausen soll das neue Alterszentrum entstehen. Gegen den Vorvertrag zum Verkauf der Parzelle ist eine Aufsichtsanzeige eingegangen, die jedoch keine Auswirkungen auf die öffentliche Auflage hat. (Archivbild)

«Der Gemeinderat vertritt nach wie vor die Auffassung, dass der mehrmals durch den Souverän erteilte Auftrag zum Verkauf der Parzelle Bestand hat.» Er verweist in seiner Mitteilung unter anderem darauf, dass das Bundesgericht eine Beschwerde abgewiesen hat; es hatte damit den Beschluss der Gemeindeversammlung vom Juni 2016 gestützt, als ein Wiedererwägungsgesuch zum Verkauf der Parzelle mit 225 Nein- zu 194 Ja-Stimmen abgelehnt worden waren.

Die Aufsichtsanzeige richtet sich gegen den Vorvertrag, aber nicht gegen das Gestaltungsplanverfahren an sich, hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung fest. Die öffentliche Auflage könne deshalb trotz Anzeige starten.

Zahl der Pflegebetten halbiert

Das geplante redimensionierte Alters- und Pflegezentrum Hintermatt soll gemäss Gemeinderat nur noch den lokalen, nicht mehr den regionalen Bedarf abdecken. Die Oase Holding AG hat das Projekt verkleinert: Statt 95 sind nun 45 Pflegebetten vorgesehen. Die Fläche für Altersmietwohnungen wurden im Projekt um insgesamt rund einen Drittel verkleinert. Die Zahl der mit einem Notrufsystem und Dienstleistungsangeboten eng mit dem Pflegezentrum verbundenen Altersmietwohnungen bleibt mit 64 gleich wie im früheren Projekt.

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