Coronavirus

Tenue gegen weisse Spitalkleidung: Praktikant Joël Decurtins berichtet von seinem Spitaleinsatz

Ein Spitalsoldat der Armee im Einsatz im Kantonsspital Frauenfeld.

Ein Spitalsoldat der Armee im Einsatz im Kantonsspital Frauenfeld.

Joël Decurtins, Praktikant der Limmattaler Zeitung, musste wegen der Coronakrise ins Militär einrücken. Hier erzählt er von seinem Auftrag im Kantonsspital Frauenfeld.

Nach vier Wochen, in denen ich in der Kaserne auf einen Auftrag gewartet habe, werde ich seit Montag im Kantonsspital Frauenfeld eingesetzt. Zirka eine Woche lang übernehme ich den Dienst eines Soldaten, der sich zurzeit in Quarantäne befindet. Er wurde mit seinen Zimmernachbarn für zehn Tage in Quarantäne gesetzt, weil ein Soldat aus ihrem Zimmer positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der Infizierte befindet sich in Isolation und auch die Zimmernachbarn wurden vom Rest der Truppe getrennt und übernachten nun nicht mehr in der gleichen Unterkunft wie wir, sondern in einer Turnhalle auf dem Kasernenareal.

Dass ich den Einsatz für einen der in Quarantäne gesetzten Soldaten übernehmen würde, erfuhr ich am Abend vor meinem ersten Frühdienst. Am nächsten Morgen wurden ich und weitere Soldaten, die auf verschiedenen Spitalabteilungen aushelfen, zum Kantonsspital Frauenfeld gefahren. Kurz nachdem wir das Spital betreten hatten, mussten wir einen Mundschutz anziehen und uns die Hände desinfizieren. Danach wechselten wir das grüne Tenue gegen weisse Spitalkleidung aus. Um sieben Uhr löste ich auf meiner Abteilung den Soldaten aus dem Nachtdienst ab. Das Spitalpersonal und ein Sanitätssoldat, der schon einige Tage auf der Abteilung war, führten mich in meine Aufgaben ein.

Dazu gehört primär, das Verbrauchsmaterial aufzufüllen und das Personal bei der Patientenpflege – vor allem beim Umlagern und Transport innerhalb des Spitals – zu unterstützen. Da ich auch mit Coronapatienten und Verdachtsfällen zu tun habe, sind die Hygiene und der Schutz vor einer Ansteckung besonders wichtig. Deshalb trage ich, wenn ich in die Nähe der Patienten gehe, neben Maske und Handschuhen auch eine Schürze. Das ständige An- und Ausziehen der Handschuhe und der Schürze, die im Zimmer des Patienten bleibt, nimmt jedes Mal Zeit in Anspruch. Wirklich viel zu tun hatte ich in den ersten Tagen meines Einsatzes aber nicht, weil das Spital viele Ressourcen für die Aufnahme von Coronapatienten eingeplant hatte und sich die Zahl der Infizierten momentan zum Glück in Grenzen hält.

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