Weiningen

So emotional war der Gubrist-Durchstich für die Tunnelpatin Maya Grossmann

Tunnelpatin Maya Grossmann war beim Durchstich in Weiningen mit dabei. Sie ist die irdische Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Mineure.

Tunnelpatin Maya Grossmann war beim Durchstich in Weiningen mit dabei. Sie ist die irdische Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Mineure.

«Linde»-Wirtin Maya Grossmann feierte mit den beteiligten Mitarbeitenden und Mineuren den Durchschlag der dritten Gurbist-Tunnelröhre in Weiningen.

Mineure durchbrechen gestern Mittag die dritte Gubrist-Röhre. Der bedeutende Meilenstein des Ausbaus der Nordumfahrung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Aufgrund der Corona-Situation feierten nur die direkt am Projekt beteiligten Unternehmer, Planer und Bauherren. Einzig die Weininger «Linde»-Wirtin Maya Grossmann war an vorderster Front mit dabei. Der Tunnelpatin und damit irdischen Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, wurde die Ehre zuteil, dem Durchschlag beizuwohnen.

«Es war ein sehr emotionaler Moment, als ich auf der Weininger Seite stand und gehört habe, wie die Maschinen immer näher und näher kamen, bis dann irgendwann der Sand aus der Wand herausbröselte und die Maschine zum Vorschein kam», erzählt Grossmann. Neben Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), und Baustellenchef Rolf Dubach hatte Grossmann ebenso die Gelegenheit, eine kurze Ansprache zu halten. «Ich habe mich bei allen bedankt für die vielen wunderschönen Momente, spannenden Führungen im Tunnel und die interessanten Begegnungen mit allen Mineuren und Mitarbeitenden.» Das Amt der Tunnelpatin sei auch immer wieder Thema in ihrem Restaurant gewesen. Dies auch, weil einige Bergleute bei ihr in der «Linde» eingekehrt seien.

Anfang 2018 taufte Grossmann als Zeichen der Verbundenheit das «Metzgerstübli» im Gasthaus in «Gubrist-Stübli» um. «Der Name Gubrist steht normalerweise für Stau und nun aber auch für feines Essen und Gastfreundschaft», sagt Grossmann. Passend also, dass die Gastronomin den Hauptgang für die Feier des Durchstichs lieferte. «Es war wirklich ein toller Anlass», sagt Grossmann. Sie hätte sich nie erträumen lassen, dass sie sich einmal für Tunnelbau interessieren würde. Doch sie habe es vom
ersten Moment an gepackt, sagt die Tunnelpatin. «Seit meinem Amtsantritt fahre ich mit Stolz, Freude
und einem Lächeln durch den Gubrist.»

Erleichterung macht sich in Weiningen breit

Für den Weininger Gemeindepräsidenten Mario Okle (parteilos) ist der Durchschlag der dritten Gubrist-Röhre eine äusserst erfreuliche Nachricht. «Dieser Durchstich ist aufgrund seiner Symbolik für das ganze Nordumfahrungs-Projekt ein kaum zu übertreffender Moment», sagt Okle. Er freue sich wahnsinnig darüber. «Dies auch, weil wir jeden Zwischenschritt, der hinter uns liegt, nicht mehr vor uns haben.» Es sei eine Erleichterung für die Weiningerinnen und Weininger, ist der Gemeindepräsident sich sicher. «Wir können nun etwas durchschnaufen und weiter hoffen, dass wir auf gutem Weg sind, die Zeitpläne eingehalten werden und nichts mehr dazwischen kommt.»

Im Rebbaudorf sehnt man sich nach dem Ende der Grossbaustelle. «Der Gubrist-Ausbau hält unsere Gemeinde seit rund 20 Jahren auf Trab, seit fünf Jahren wird aktiv gebaut. Für Weiningen hat die Fertigstellung des Projekts und aller flankierenden Massnahmen noch eine viel grössere Bedeutung als der Durchstich selbst», betont Okle. «Irgendwann müssen wir im Dorf wieder zur Ruhe kommen.»

Das Phänomen der omnipräsenten Baustellen sei in den vergangenen Jahren im Bezirk Dietikon prägend gewesen. Sei es im Zusammenhang mit dem Gubrist-Projekt, dem Ausbau des Limeco-Fernwärmenetzes, der Limmattalbahn oder der Erneuerungen der Kantonsstrassen von Weiningen bis nach Oetwil. «Im Limmattal fährt man nur noch von Baustelle zu Baustelle», sagt Okle. Weiningen gehört zu den Gemeinden, die am meisten darunter gelitten hätten, findet der Gemeindepräsident. «Wir warten nun auf Ende 2021. Dann werden die Staatsstrassen und die flankierenden Massnahmen im Weininger Dorf beendet sein.»

So raspelte sich die Maschine beim Durchstich durch den Fels: das Video

So raspelte sich die Maschine beim Durchstich durch den Fels: das Video

Auch alt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) freut sich über den Durchschlag. Er kämpfte jahrelang für die beste Lösung für Weiningen und erreichte nach einem Streit mit dem Astra vor dem Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesgericht, dass das Tunnelportal eine 100 Meter lange Überdeckung erhält und der Halbanschluss 200 Meter Richtung Limmattaler Kreuz verschoben wird.

Der besondere Tag für das Dorf kommt erst noch

«Ich wäre gerne beim Durchstich im Tunnel mit dabei gewesen», sagt Haug. Dass aufgrund der Corona-Pandemie die Feier nun aber in engstem Kreise erfolgte, verstehe er selbstverständlich. «Angesichts der Pandemie war das die einzig richtige Entscheidung», findet Haug. Der besondere Tag für Weiningen stehe ja sowieso noch bevor. «Bedeutend für unser Dorf wird der Tag sein, an dem das Gesamtwerk vollendet ist», sagt Haug. Bis dann werde man hoffentlich auch das Coronavirus in den Griff bekommen haben, sodass dieser Moment gebührend gefeiert werden könne.

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