Limmattal

So bereiten sich die Badis im Limmattal auf die ungewisse Saison vor

Werden die Freibäder weiterhin leer bleiben? Aufgrund der Coronakrise ist die Situation der Badisaison 2020 sehr unklar. Archivbild (Oberengstringen, 9. Mai 2019 )

Werden die Freibäder weiterhin leer bleiben? Aufgrund der Coronakrise ist die Situation der Badisaison 2020 sehr unklar. Archivbild (Oberengstringen, 9. Mai 2019 )

Mitte Mai beginnt die Badesaison. Die Limmattaler Bademeister warten auf einen Entscheid des Bundesrats, wann sie ihre Drehtüren öffnen dürfen. Vorbereiten müssen sie sich trotzdem. Wie sie das tun, lesen sie hier.

Noch ist unklar, wie die kommende Badesaison aussieht. Die Badis können erst öffnen, wenn der Bundesrat Lockerungen im Bereich Freizeitsport beschliesst. Wann und wie das geschehen wird, ist noch nicht spruchreif. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) sagte: «Wir können noch nicht sagen, wann die Badis wieder öffnen.» Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitet derzeit ein Konzept zur Lockerung, das auch Schutzmassnahmen beinhaltet. Trotz unsicheren Zukunftsaussichten machen sich die Limmattaler Badi- Betriebe an die Arbeit.

Fondli in Dietikon

Das beliebte Freibad Fondli in Dietikon verbuchte letztes Jahr bis zum Ende der Sommerferien 77'066 Badeeintritte. Normalerweise beginnt die Badesaison Mitte Mai, doch dieses Jahr steht der Start noch in den Sternen. Trotzdem sind die Mitarbeiter nicht untätig. Sie putzen die Anlage, füllen die Bassins, schneiden die Hecken und bereiten alles für den möglichen Start vor. «Aufgrund der laufenden Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten haben die Mitarbeiter der Frei- und Hallenbäder momentan genug zu tun», sagt Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi (EVP).

Komme es trotzdem dazu, dass die Mitarbeiter nicht ganz ausgelastet seien, können sie in anderen Bereichen einspringen. «Zurzeit hilft beispielsweise ein Bademeister im Technischen Dienst eines Altersheims aus. Dort herrscht gerade Hochbetrieb», sagt Illi. Die Corona-Krise wird auch für die Badis ein finanzielles Nachspiel haben. Denn sicher ist, dass die Fixkosten wie Wasser, Strom und Personalkosten bestehen bleiben. Und es wird im Sommer 2020 wird es wohl schwierig sein, diese Kosten zu decken. Doch eine Badi zu führen, sei generell ein unsicheres Unterfangen, so Illi. «Auch zwei Monate mit schlechtem Wetter können zu Verlusten führen.»

Hölzli in Oberengstringen

Das Freibad Zwischen den Hölzern in Oberengstringen wird von der Stadt Zürich betrieben. «Aktuell können wir keine Aussagen zu einem genauen Eröffnungsdatum oder zu den Rahmenbedingungen machen», sagt Manuela Schläpfer vom Sportamt Zürich. Das Sportamt sei jedoch mit dem Bund in Kontakt und würde die Bevölkerung so bald wie möglich über Neuigkeiten informieren.

Da ein Grossteil der Züricher Bäder den ursprünglichen Saisonstart auf den 9. Mai geplant hat, sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Saisonangestellte tätig sind, noch gar nicht im Einsatz. Die Anlagen werden zurzeit aber wie üblich für die Badegäste vorbereitet und eingerichtet. Falls diese ausbleiben, wäre der Aufwand umsonst. Doch das ist momentan nicht zu ändern: «Über allfällige Verluste wollen wir nicht spekulieren, so lange nicht klar ist, wann und unter welchen Rahmenbedingungen die Badesaison stattfinden kann», sagt Schläpfer.

Geren in Birmensdorf

Momentan arbeiten die Badmeister der Badi Geren in Birmensdorf im sogenannten Team-Splitting. Das heisst: Die Mitarbeiter arbeiten räumlich getrennt, um sich vor einer allfälligen Coronainfektion zu schützen. «Es werden nur die nötigsten Arbeiten wie Gartenpflege und kleinere Unterhaltsreinigungen durch­geführt», sagt Céline Denzler, stellvertretende Gemeindeschreiberin von Birmensdorf.

Sobald der Bundesrat grünes Licht zur Wiedereröffnung der Badis gibt, werde der Saisonstart festgelegt. Die Gemeinde wolle die Hygiene- und Schutzmassnahmen des Bundesrates jederzeit einhalten. Das müsse bei der Planung der Eröffnung berücksichtigt werden, so Denzler. «Dass die aktuelle Situation zu Verlusten führt, ist uns durchaus bewusst. Wir setzten aber alles daran, unsere Mitarbeitenden und die Besucherinnen und Besucher zu schützen.»

Weihermatt in Urdorf

Letztes Jahr verkaufte die Badi Urdorf bis Ende der Sommerferien 860 Saisonabos. Wie es ­dieses Jahr aussehen wird, ist noch sehr unklar. Auf Anfrage schreibt Thomas Bollinger, ­Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe in Urdorf, dass er mit einer Antwort auf die Frage nach den Vorbereitungen für die kommende Badesaison noch warten wolle. Erst sollten die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie und der derzeitigen Trockenheit abgewartet werden, dann könne die Gemeinde die notwendigen Massnahmen beschliessen und bekanntgeben.

Im Moos in Schlieren

Die Mitarbeitenden der Biobadi Möösli in Schlieren reinigten wie üblich die ganze Aussenanlage, die Becken und die Regenerationsteiche. So bereiteten sie das Freibad für die Inbetriebnahme vor. «Sobald der Bund die Badeanlagen freigibt, wird das Bio- und Gartenbad im Moos geöffnet», sagt André Thoma, Leiter Sekretariat Werke, Versorgung und Anlagen in Schlieren.

Zum Möösli gehört auch ein Restaurant, das beispielsweise an den Vollmondschwimmen jeweils mit einem Barbecue aufwartet. Ob dieses wie gewohnt Mitte Mai starten wird, sei auch noch unklar. Die laufenden Kosten für die Immobilien und das Personal werden aus dem Steuerhaushalt der Stadt Schlieren gedeckt.

Limmat ohne Böötler

Die Limmat war am Freitag laut der Messung der Stadt Zürich 13 Grad warm. Trotz der Empfehlung des Bundesrats, zuhause zu bleiben, sind die Limmatufer ein Hotspot für Sportlerinnen und Sportler. Bereits wagten sich einige Stand-up-Paddler aufs Wasser. Gewöhnlich nutzen viele Hobbykapitäne die sonnigen Tage, um sich von Zürich nach Dietikon treiben zu lassen.

Die Grillplätze, WCs und Bänke der Dietiker Allmend Glanzenberg wurden nun aber abgesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Nötzliwiese wurde ebenfalls abgesperrt. «Übertritt jemand die Bänder oder Abschrankungen, muss er mit einer Busse rechnen», sagt Heinz Illi (EVP). Von Bootsfahrten rät er ebenfalls dringend ab, weil der geforderte Mindestabstand dabei nicht eingehalten werden kann. Der Uferweg entlang der Limmat ist weiterhin zugänglich.

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